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(Eintrag vom 15.10.2002)
01. Oktober 2002
Am nächsten Tag ging es dann weiter grade mal 4 Meilen nach Kas in der Türkei. Nachdem es Samstag war, waren die Behörden geschlossen und wir mussten das Einklarieren auf Montag verschieben. Wir hatten uns von diesem Ort eigentlich überhaupt nichts erwartet umso überraschter waren wir. Hier herrscht reges Treiben. Tourismus, der allerdings noch nicht ausartet wie andernorts. Die Paraglider landen direkt auf dem großen Platz im Hafen. Es wird Tandemspringen angeboten, aber da Nik und ich lieber in die Tiefe als in die Höhe gehen, haben wir uns für Sonntag zum Tauchen angemeldet. Es gibt hier unzählige Tauchschulen. Kas ist ein richtiges Tauchzentrum. Hier kann man über 30 verschiedene Plätze anfahren und das man ist nie länger als eine Stunde mit dem Boot dorthin unterwegs. Wir buchten eine Ausfahrt mit je einem Tauchgang am Vor- und am Nachmittag. Wir tauchten in einem Canyon, sahen ein Wrack, etliche Amphoren und eine Menge Fische. Darunter auch sehr große Zackenbarsche. In der Mittagszeit gab es BBQ an Bord. Lecker.
Montag erledigen wir dann die gesamten Einreiseformalitäten. Nach einem verregneten Tag brechen wir am Dienstag auf zur Insel Kekova. Diese liegt unmittelbar vor dem türkischen Festland. Hier an der lykischen Küste gibt es haufenweise geschichtsträchtige Stätten. Zum Beispiel der Ort Kale. Wir marschieren den Hügel hinauf zu einer halb verfallenen Kreuzritterburg. Auf der Rückseite dieses Hügels stehen etliche Sakophage aus dem 1. Jhdt. v.Chr. Selbst wenn man mit dem Schiff zum Ankerplatz steuert muß man auch versunkene Mauern achten. Nur leider, wo antike Stätten sind sind auch Menschen die einem was verkaufen wollen. Und die sind hartnäckig. Es fällt einem nicht leicht unhöflich oder unfreundlich zu sein. Aber im Endeffekt geht es nicht anders denn sie verfolgen einen wirklich auf Schritt und Tritt und liegen einem ständig mit ihrem Kram in den Ohren.
09. Oktober 2002
Ebenso auf der Insel Kekova, jedoch auf der anderen Seite, laufen wir eine
Bucht an. Diese liegt sehr versteckt zwischen spärlich bewaldeten Felsen und
ist rundherum sehr gut geschützt. Es ist einfach wunderschön hier. Es liegen noch
2 - 3 andere Yachten hier. Und es ist still. Man hört keine Autos, man hört
keine Flugzeuge, man hört überhaupt keine Laute menschlicher Zivilisation.
Einzig die Ziegen meckern und die Vögel zwitschern und in der Nacht
"lärmen" die Grillen. Selbst wenn ein Fisch aus dem Wasser springt
ist das deutlich zu hören. Wundervoll.
13. Oktober 2002
Das Wetter ist sehr schön zur Zeit. Es ist immer noch recht heiß sodaß
wir über jeden Windhauch froh sind. Der Wind ist allerdings eher flau. Wir
segeln zwar ein paar Stunden von Finike in Richtung Kemer, dann schläft er
jedoch wieder ganz ein. Hier an der türkischen Südküste stehen etliche große
Hotels. Es herrscht noch reger Badetourismus. Das Wasser hat immer noch
einladende 24° und die Luft bis zu 35° in der Sonne.
Wir sind mittlerweile in Kemer, unserem Winterdomizil, angekommen (da ja die
Marinas in Zypern alle voll waren). Die Marina ist ziemlich voll und von den
geschätzten 300 Yachten überwintern hier die Crews von ca. 40 Yachten. Für
diese Leute, und so auch für uns, werden eine Menge Aktivitäten angeboten.
Türkisch und Englisch Unterricht, Tennis, Aerobic, Wandern, Kino,
Internet ....... sieht aus, als ob uns nicht langweilig werden wird.
Außerdem ist jeden Abend im Yacht Club "Happy Hour". Wir dachten, na
das sehen wir uns mal an. Hier lernt man auch am ehesten die anderen Yachties
kennen. Und siehe da, ich glaube, ALLE kommen zur Happy Hour. Wir wurden gleich
zu einer Runde dazu gesetzt und vorgestellt. Hier sind Amerikaner, Engländer,
Schweden, Spanier, Deutsche - und jetzt auch Österreicher. Ein multikulturelles
Fleckerl.