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Das Logbuch der S/Y-Independence

 

(Eintrag vom 31.10.2002)

 

 

23. Oktober 2002
Wir mieten uns ein Auto und brechen auf zu einem 4-tätigen Ausflug nach Kappadokien.
Das ist eine wundervolle Landschaft in Zentralanatolien und wie man sagt, ist diese Gegend ein von der Natur gezeichnetes Gemälde, ein Gedicht. Und wir können nur jedem raten, der in die Nähe kommt, sich dieses anzuschauen. Schaut euch dazu auch die Fotos in unserem Fotoalbum an.
Vor ca. 2 - 10 Millionen Jahren, so schätzt man, standen hier aktive Vulkane. Diese haben die gesamte Gegend mit Lava überflutet. Und im Laufe der Zeit haben Wind und Wetter die gegenwärtigen Gesteinsformationen geschaffen. Zur Zeit der ersten Christenverfolgung haben diese die Felshügel und -kuppen ausgehöhlt und richtige Wohnstätten geschaffen. Somit boten diese einen wunderbaren natürlichen Schutz vor dem Feind. Ebenso wurden ganze Städte unterhöhlt. Diese " Underground Cities" hatten mehrere Etagen und waren teilweise bis ca. 85 m tief. Es gab integrierte Brunnen und auch ein ausgeklügeltes Ventilationssystem. Heute sind diese Städte teilweise verfallen, teilweise werden sie auch von den Einheimischen noch als Lagerräume genutzt. Und natürlich sind diese auch für den Tourismus zugänglich gemacht worden.

27. Oktober 2002
Wir bekommen heute Besuch von Karl und Leonie aus Deutschland. Die beiden bleiben für 5 Tage bei uns. Das Wetter ist einfach toll. Am Dienstag entschließen wir uns noch einmal auszulaufen. Wir steuern eine Bucht im Süden von Kemer an und werfen den Anker auf 6 Meter Wassertiefe. Das Meer ist klar und immer noch 24 Grad warm.
Am 31. Oktober steigt hier in der Marina eine Halloween Party.  Sie wird hauptsächlich von den amerikanischen Yachties veranstaltet und organisiert. Die haben darin natürlich am meisten Erfahrung. Es wird eine tolle Veranstaltung mit originellen Verkleidungen und lustigen Spielen.

Seit einer Woche haben wir sehr nette Nachbarn. Ein Ehepaar aus San Francisco, ebenfalls mit dem Segelboot namens MEG unterwegs. Bei unseren Geburtstagsfeiern sind Susan und Bob zu uns an Bord gekommen, ebenso das zweite österreichische Pärchen, welches auch hier in Kemer überwintert - Ines und Walter mit ihrer Yacht EQUINOXE. Dann besucht uns auch noch Marianne aus München. Wir trinken Sekt und essen kleine Happen dazu.
Ines von der Equinoxe ist eine wunderbare Kuchenbäckerin. Ihr Mann Walter schwärmt, dass es jeden zweiten Tag Kuchen gibt. Natürlich gab das einige Kostproben ab und jetzt wird auch auf der Independence öfters mal ein Kuchen auf dem Tisch stehen.

Im Türkisch Unterricht herrscht großer Andrang. Wir sind ca. 25 - 30 Personen. Zweimal in der Woche werden wir vom Direktor der Marina unterrichtet. Die Sprache ist nicht wirklich einfach zu lernen. Allerdings haben wir deutsch sprechenden Schüler den Vorteil, dass für uns die oft verwendeten ö`s und ü`s kein Problem darstellen.
Vereinzelt verlassen schon die einen oder anderen das Boot und fliegen in die Heimat zurück um dort die Weihnachtszeit zu verbringen. Allerdings bleiben auch sehr viele den ganzen Winter hier und die Weihnachts- und Silvesterfeiern sollen richtig toll sein. Nik und ich werden uns auch in den nächsten Tagen um unsere Heimreise kümmern. Wir werden ca. von Mitte Dezember bis Ende Jänner in Österreich sein. Doch vorher steht noch einiges an Arbeit auf dem Programm. Jedoch bei dem schönen Wetter hier haben wir noch nicht so richtig losgelegt. Wir nützen noch jeden Tag zum Schwimmen, Sonne liegen, wandern usw.