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Hallo liebe Freunde!

 

Bald ist es wieder soweit, dass wir unseren „Winterschlaf“ beenden. Das Wetter wird immer beständiger, die Sonne ist schon sehr kräftig und wir bringen unsere Independence auf Vordermann.

 

Dieser Winter in Kemer war verglichen mit dem Vorjahr sehr kalt (obwohl es schon im Vorjahr hieß, dass der Winter damals außergewöhnlich schlecht war). Es hat zwar weniger geregnet aber immer wieder mal starken Wind gegeben und, wie gesagt, saukalt.

Dieses Frühjahr verzichten wir darauf, das Schiff herauszuheben, da das Antifouling noch recht gut ist (da haben wir voriges Frühjahr anscheinend gute Arbeit geleistet) und dies ist auch sehr teuer hier. Außerdem haben wir in der letzten Saison keine großartigen Probleme mit der Independence gehabt und immer wieder Kleinigkeiten unterwegs repariert. Auf diese Weise haben wir diesbezüglich heuer keinen Stress.

Wesentlich stressfreier ging es diesen Winter auch in der Marina zu: Ines macht zwar Aerobic und Bauchtanz mit und gibt Italienisch- Unterricht, Nik verzichtete fast gänzlich auf derartige Aktivitäten, sodass es ein ziemlich fauler Winter wurde.

Dafür haben wir aber diesen Sommer ein Marathonprogramm vor. Ursprünglich wollten wir nach Zypern und in den Nahen Osten (Syrien, Libanon und Israel) , dann über Gibraltar und die Kanaren, Kapverden sowie Gambia noch über den Atlantik in die Karibik.

Nachdem wir die Grobplanung fertig hatten, war uns klar, dass dies zu viel Stress und eigentlich gegen unsere Philosophie ist, unterwegs möglichst viel von Land und Leuten kennen zu lernen.

 

Nach nochmaligem Überdenken und Planen schaut somit unser vorläufiges Programm für heuer wie folgt aus:

Sofern das Wetter gut ist, wollen wir zu Ostern auf Zypern sein.

Den Nahen Osten haben wir aufgrund der unsicheren politischen Lage dort und der Tatsache, dass wir Ende Juli in Rom sein wollen, gestrichen.

Zurück aus Zypern wollen wir Ende April über die Südtürkei und Griechenland (in sehr großen Schritten, da wir das alles ja schon besucht haben) nach Sizilien und Malta. Dort werden wir uns viel Zeit lassen um uns diese Inseln anzusehen. Dann werden wir über die Liparischen Inseln, Stromboli, Neapel bis in die Nähe von Rom segeln.

Von Rom aus werden wir Ende Juli für eine Woche nach Hause fliegen, da Ines’ Schwester Doris in Tirol heiraten wird.

Danach geht es über Korsika und Sardinien weiter zu den Balearen und im Spätherbst wollen wir –aus heutiger Sicht- irgendwo an Spaniens Festlandküste unser Winterquartier aufschlagen. Wir werden in dieser Zeit nochmal nach Österreich fliegen, danach  Spanien besichtigen und spanisch lernen (das brauchen wir sicher auf unserer weiteren Reise) und natürlich gehört die Independence nochmals gut überholt und für den Atlantik fit gemacht.

 

Madeira, die Kanaren, Kapverden und Gambia sowie die Atlantiküberquerung haben wir somit auf das nächste Jahr verschoben. Wir haben ja (hoffentlich) Zeit genug und wir wollen unsere Reise genießen.

 

Selbstverständlich werden wir euch auch heuer wieder mit Bildern und Geschichten auf dem Laufenden halten und wir freuen uns auf jede Nachricht von euch.

 

Mitsegelinteressierte kennen somit unsere grobe Route und bitten wir um direkte Kontaktaufnahme.

 

 

22. April 2004

 

So, die Winterpause ist vorbei, Independence ist geputzt, poliert und startklar und auch wir beide kriegen schön langsam einen Lagerkoller. Wir haben die Zeit in der Marina genossen, doch jetzt wenn die Tage immer länger werden, die Sonne scheint und ein schöner Segelwind weht, am 9. April zieht es uns wieder hinaus aufs Meer.

Wir haben einen langen Schlag vor uns. Um 5 Uhr morgens ist Tagwache und um 6 Uhr brechen wir auf Richtung Zypern. Einige unserer Freunde sind auch schon auf den Beinen um uns mit den Nebelhörnen „ Auf Wiedersehen“ zu sagen. Kurs 140 Grad nach Zypern. Es liegen 150 Meilen vor uns, eine lange Strecke nach der 5 monatigen Winterpause. Doch wir wollen an Ostern in Paphos sein und uns griechisch-orthodoxe Feiern ansehen.

Die Überfahrt war angenehm, wir hatten fast keine Welle und anfangs noch schönen Segelwind. Allerdings ist dieser mit Sonnenuntergang eingeschlafen und wir mussten den Rest der Strecke motoren.

Wir bleiben fast 2 Wochen in Paphos und schauen uns die Insel mittels eines Mietwagens an. Außer dass das Leben hier ordentlich teuer ist, wird uns wahrscheinlich nichts in ewiger Erinnerung bleiben. Hier fühlt man sich als Tourist noch so richtig ausgenommen. Das fängt schon damit an, dass die Minimum Miete für ein Auto 3 Tage beträgt – unserer Meinung nach, hat man die Insel, den griechischen Teil, allerdings in 2 Tagen gesehen. Trotzdem genießen wir unser Schweinesteak am Bordgrill, denn das hatten wir in der moslemischen Türkei ja nicht.

Wir waren in Nikosia, Larnaka, Limassol und Polis und außerdem machten wir einen Trip durch die Berge.

Die (letzte) geteilte Hauptstadt macht für uns, außer den (touristischen) Einkaufsstrassen eher einen heruntergekommenen Eindruck. Mal sehen, wie es mit der Wiedervereinigung aussehen wird. Was wir jedoch mitbekommen, wird mit irrsinnigen Material- bzw. Geldmitteln dagegen Stimmung gemacht. („OXI“- nein - liest man, wohin man schaut).

Ähnliche Eindrücke haben wir auch von den anderen Städten.

Troodos, im Landesinneren ist für „Flachlandtiroler“ sicher sehr schön, aber für ein gestandenes Bergvolk, wie uns, eher normal; m.E. ist die steirische „Bucklige Welt“ zehnmal schöner (Nik).

Weiters hat Nik ziemliche Probleme mit dem Linksverkehr, da er an permanentem Linksdrall (zu Nahe am Strassenrand) leidet.

Nordzypern war für uns leider noch nicht zugänglich.

 

Die Rückfahrt von Zypern nach Kekova ( wieder Türkei ) wahr nicht so angenehm. Wir hatten recht starken Südost Wind, hohe Welle und Regen. An Schlaf war nicht zu denken und außerdem kämpften wir beide sogar mit der Seekrankheit. Durch das schlechte Wetter hielten wir uns ziemlich viel unter Deck auf, und das fördert natürlich das Unwohlsein. Nach 31 Stunden segeln kommen wir in Kekova, einer wunderbar geschützten Bucht, an . Der Anker fällt, ich koche uns noch etwas Gutes und um 18 Uhr abends fallen wir bereits in einen tiefen, aber wohlverdienten Schlaf und werden erst wieder morgens um 7 Uhr wach. Das hat gut getan. Wir segeln noch weiter bis Fethije, wo wir noch Freunde aus Österreich treffen werden, für die die Segelsaison auch schon begonnen hat. Und dann kehren wir der Türkei endgültig den Rücken und weiter geht’s in den Westen.

 

Am nächsten Morgen brechen wir wieder um 6 Uhr früh auf, wir wollen die ca. 60 Seemeilen bis Fethiye gerne an einem Tag schaffen. Leider läßt uns der Wind wieder mal in Stich und wir motoren. Wir verbringen den Tag mit Lesen und Faulenzen. Als ich dann nach ca. 50 Meilen in die Küche gehe und uns eine gute Gemüsesuppe koche, fragt Nik: „ Und was gibt es sonst noch?“ Und ich antwortete, dass wir sicher noch Nudeln an Bord haben für Spaghetti ( die wir allerdings auch schon am Tag zuvor hatten). Nik zieht ein langes Gesicht und schaut nach, ob bei unseren beiden Schleppangeln nicht etwas angebissen hat. Und ........ tatsächlich, an unserem großen Köder zieht was ganz gewaltig, sodass Nik die Handschuhe braucht um den Burschen rauszuziehen. Und dann ist er da, unser Abendessen, ein prachtvoller Thunfisch von 60 cm Länge !!!!!! Der erste in diesem Jahr. Wie gut, dass wir heute noch unsere Freunde treffen, die werden gleich zum Abendessen eingeladen. Hoffentlich mögen sie Fisch............

 

 

 

22. April 2004

 

So, die Winterpause ist vorbei, Independence ist geputzt, poliert und startklar und auch wir beide kriegen schön langsam einen Lagerkoller. Wir haben die Zeit in der Marina genossen, doch jetzt wenn die Tage immer länger werden, die Sonne scheint und ein schöner Segelwind weht, am 9. April zieht es uns wieder hinaus aufs Meer.

Wir haben einen langen Schlag vor uns. Um 5 Uhr morgens ist Tagwache und um 6 Uhr brechen wir auf Richtung Zypern. Einige unserer Freunde sind auch schon auf den Beinen um uns mit den Nebelhörnen „ Auf Wiedersehen“ zu sagen. Kurs 140 Grad nach Zypern. Es liegen 150 Meilen vor uns, eine lange Strecke nach der 5 monatigen Winterpause. Doch wir wollen an Ostern in Paphos sein und uns griechisch-orthodoxe Feiern ansehen.

Die Überfahrt war angenehm, wir hatten fast keine Welle und anfangs noch schönen Segelwind. Allerdings ist dieser mit Sonnenuntergang eingeschlafen und wir mussten den Rest der Strecke motoren.

Wir bleiben fast 2 Wochen in Paphos und schauen uns die Insel mittels eines Mietwagens an. Außer dass das Leben hier ordentlich teuer ist, wird uns wahrscheinlich nichts in ewiger Erinnerung bleiben. Hier fühlt man sich als Tourist noch so richtig ausgenommen. Das fängt schon damit an, dass die Minimum Miete für ein Auto 3 Tage beträgt – unserer Meinung nach, hat man die Insel, den griechischen Teil, allerdings in 2 Tagen gesehen. Trotzdem genießen wir unser Schweinesteak am Bordgrill, denn das hatten wir in der moslemischen Türkei ja nicht.

Wir waren in Nikosia, Larnaka, Limassol und Polis und außerdem machten wir einen Trip durch die Berge.

Die (letzte) geteilte Hauptstadt macht für uns, außer den (touristischen) Einkaufsstrassen eher einen heruntergekommenen Eindruck. Mal sehen, wie es mit der Wiedervereinigung aussehen wird. Was wir jedoch mitbekommen, wird mit irrsinnigen Material- bzw. Geldmitteln dagegen Stimmung gemacht. („OXI“- nein - liest man, wohin man schaut).

Ähnliche Eindrücke haben wir auch von den anderen Städten.

Troodos, im Landesinneren ist für „Flachlandtiroler“ sicher sehr schön, aber für ein gestandenes Bergvolk, wie uns, eher normal; m.E. ist die steirische „Bucklige Welt“ zehnmal schöner (Nik).

Weiters hat Nik ziemliche Probleme mit dem Linksverkehr, da er an permanentem Linksdrall (zu Nahe am Strassenrand) leidet.

Nordzypern war für uns leider noch nicht zugänglich.

 

Die Rückfahrt von Zypern nach Kekova ( wieder Türkei ) wahr nicht so angenehm. Wir hatten recht starken Südost Wind, hohe Welle und Regen. An Schlaf war nicht zu denken und außerdem kämpften wir beide sogar mit der Seekrankheit. Durch das schlechte Wetter hielten wir uns ziemlich viel unter Deck auf, und das fördert natürlich das Unwohlsein. Nach 31 Stunden segeln kommen wir in Kekova, einer wunderbar geschützten Bucht, an . Der Anker fällt, ich koche uns noch etwas Gutes und um 18 Uhr abends fallen wir bereits in einen tiefen, aber wohlverdienten Schlaf und werden erst wieder morgens um 7 Uhr wach. Das hat gut getan. Wir segeln noch weiter bis Fethije, wo wir noch Freunde aus Österreich treffen werden, für die die Segelsaison auch schon begonnen hat. Und dann kehren wir der Türkei endgültig den Rücken und weiter geht’s in den Westen.

 

Am nächsten Morgen brechen wir wieder um 6 Uhr früh auf, wir wollen die ca. 60 Seemeilen bis Fethiye gerne an einem Tag schaffen. Leider läßt uns der Wind wieder mal in Stich und wir motoren. Wir verbringen den Tag mit Lesen und Faulenzen. Als ich dann nach ca. 50 Meilen in die Küche gehe und uns eine gute Gemüsesuppe koche, fragt Nik: „ Und was gibt es sonst noch?“ Und ich antwortete, dass wir sicher noch Nudeln an Bord haben für Spaghetti ( die wir allerdings auch schon am Tag zuvor hatten). Nik zieht ein langes Gesicht und schaut nach, ob bei unseren beiden Schleppangeln nicht etwas angebissen hat. Und ........ tatsächlich, an unserem großen Köder zieht was ganz gewaltig, sodass Nik die Handschuhe braucht um den Burschen rauszuziehen. Und dann ist er da, unser Abendessen, ein prachtvoller Thunfisch von 60 cm Länge !!!!!! Der erste in diesem Jahr. Wie gut, dass wir heute noch unsere Freunde treffen, die werden gleich zum Abendessen eingeladen. Hoffentlich mögen sie Fisch............

 

 

 

 

30. April 2004

Mittlerweile haben wir die Türkei nun endgültig verlassen und segeln durch die griechische Inselwelt. Nach einem Tag Schlechtwetterpause in der wunderbar geschützten Panormiti Bucht auf Simi geht’s weiter Richtung Westen. Wir segeln hart am Wind und nach 12 Stunden erreichen wir Gyali. Hier übernachten wir vor Anker und am nächsten Tag haben wir wieder tollen Wind, allerdings auch recht hohe Wellen, und wir segeln die ganzen 50 Seemeilen mit 2 Reffs nach Astipalaya. Wir sind wieder hart am Wind unterwegs und die Wellen werfen schon ab und zu eine Ladung Wasser übers Cockpit. Allerdings ist das Wetter schön und bald ist alles wieder trocken geblasen. Nach knappen 9 Stunden erreichen wir Ormos Vathi. Eine Windpause zwingt auch uns zu einem Tag Pause – wir sind nicht böse drüber. Das Wasser ist noch ziemlich frisch ( 18° ) und daher haben wir mit dem Schwimmen noch nichts am Hut.

Wir arbeiten uns Insel für Insel weiter westwärts, da kommen schon Tagesetappen zwischen 45 und 80 Meilen zustande. Hin und wieder ziehen wir unsere Schleppangel nach und es beißt auch immer einer an. Allerdings würden wir gerne mal etwas anderes als Thunfisch essen, obwohl ich ihn schon in sehr vielen verschiedenen Varianten zubereite – dennoch bleibt es Thunfisch! Und wenn wir keinen wollen, lassen wir die Angel einfach aufgerollt. Wenn allerdings einer anbeißt, dann reicht es wieder für mindestens für 3 Tage.

 

Wir erreichen die Insel Milos und gehen am Kai im Hafenort Adamas längsseits. Wir wollen hier zwei Tage bleiben und die Flaute abwarten, danach soll`s weiter gehen auf den Peloponnes. Als wir gerade mitten im Schiff putzen sind, fallen uns vier Leute auf, die unsere Independence genau unter die Lupe nehmen. Und immer zu einem Plausch bereit, gehen wir auf die Leute zu und wir kommen ins Gespräch. Diese vier sind Amerikaner , aus Michigan, und aus einem einzigen Grund hier auf der Insel. Susan war 1966 nach ihrem Abitur hier in Griechenland unterwegs und war mit einem kleinen Segelboot südlich von Milos in Seenot geraten und dann auch auf einem Felsen aufgelaufen und das Boot ist dann gesunken. Sie und die anderen Leute konnten sich mit nichts anderem als dem Badezeug bekleidet, es war November, an Land retten und gingen dann querfeldein bis sie zu einem Kloster kamen, in dem sie dann mittels Funk Hilfe holen konnten. Ihr Wunsch war es nun, diese Stelle nochmal zu sehen. Sie erzählten uns diese Story und fragten, ob wir mit Ihnen diesen Ausflug, gegen Bezahlung natürlich, machen würden.

Naja, bis jetzt hat uns ja noch niemand gechartert, aber warum nicht. Wir checken nochmal den Wetterbericht und eine Stunde später geht`s auch schon los. Es ist fast kein Wind und wir fahren die ganze Zeit unter Motor. Die vier Amerikaner stellen sich als sehr nette Leute heraus und wir haben richtig Spaß. Um den Bordservice komplett zu machen, serviere ich ihnen auch noch Thunfisch – Spaghetti, mit selbst gefangenem Thunfisch (Gott sei Dank haben wir endlich den ganzen Fisch aufgegessen!!!!)

Leider haben wir die Stelle, an der Susan`s Boot auf ein Riff auflief, nicht mehr gefunden.

 

Für die nächste Zeit ist Südostwind angesagt. Eigentlich nicht schlecht für uns, wenn wir Richtung Westen weiter wollen. Doch leider ist südlicher Wind auch meistens mit schlechtem Wetter verbunden. Und so sind wir unterwegs, es sollte eigentlich eine Vollmondnacht sein, also alles relativ hell und gute Sicht, aber der Mond versteckt sich hinter einer dichten Wolkendecke und es regnet. Der Wind frischt ordentlich auf und wir reffen. Endlich, gegen 5 Uhr morgens kommen wir in die Nähe einer kleinen Insel am Peloponnes. Hier warten wir eine Stunde lang bis endlich die Sonne aufgeht und wir gut sehen können, wo wir anker werfen. Es ist hier nicht besonders tief und es gibt einige Riffe. Endlich, der Anker fällt und wir fallen in die Betten. Doch schon  2 Stunden später holen uns heftige Windböen wieder aus dem Schlaf. Wir haben bis 45 Knoten Wind und bereits beide Anker draußen. Trotzdem ziehen wir laut GPS unsere beiden Anker noch ca. 15 Meter mit bis dass sie sich endlich richtig fest in diesem weichen Sand eingraben. Der Wind hält noch den ganzen Tag und die halbe Nacht an und uns, und vor allem Nik, natürlich wach. Als es gegen Mitternacht endlich etwas ruhiger wird, fallen wir in einen tiefen Schlaf. Am nächsten Morgen müssen wir weiter, da der Wind dreht und wir hier hinter dieser kleinen Insel nicht mehr genügend geschützt sind. Also, Segel setzen und hart am Wind gegen immer höher werdende Wellen segeln. Und das ganze noch ziemlich unausgeschlafen. Unsere Laune ist nicht die beste. Endlich erreichen wir mit Motorunterstützung die kleine Buch Kagio am mittleren Finger des Peloponnes und werfen den Anker. Endlich. Stille. Abendessen und ab ins Bett und nur noch schlafen........

Wir bleiben zwei Tage in Kagio, dann noch eine Tagestour nach Methoni. Hier ist unsere letzte griechische Station und wir gehen ins Dorf um nochmals Zaziki zu essen und Retsina zu trinken. Denn so schnell werden wir wahrscheinlich nicht mehr nach Griechenland kommen.

Vor uns liegt eine Fahrt von fast 400 Seemeilen quer über das Ionische Meer bis nach Sizilien. Der Wetterbericht für die nächsten paar Tage schaut nicht so schlecht aus, nicht zu starke Winde und auch von achtern (östlich) sind prognostiziert, grad richtig um ruhig zu segeln, und so entschließen wir uns am nächsten Morgen unsere Tour zu starten. Das wird bislang die längste Etappe für uns ohne irgendwo Land zu sehen. Anfangs haben wir noch achterlichen Wind, zwar stärker als vorausgesagt, aber was soll`s, so kommen wir wenigstens schnell voran. Allerdings dreht der Wind tagsüber und wir müssen hart am Wind segeln. Vorausgesagt waren ca. 4 Windstärken und wir haben allerdings 7 bis 8 Beaufort !!!!!und dies fast gegenan. Die Wellenhöhe nimmt immer mehr zu bis daß sie die Höhe eines Einfamilienhauses erreicht haben. Die Nacht ist zappenduster, kein Mond zu sehen und die Wellen werfen uns immer wieder zur Seite, sehen kann man sie sowieso erst wenn sie über dem Cockpit zusammenbrechen. An Schlaf ist nicht zu denken und unter Deck zu bleiben, um geschützt zu sein, ist auch keine gute Idee, denn es schaukelt wie in einer Waschmaschine und wir haben beide schon mit der Seekrankheit zu kämpfen. Der starke Wind hält noch die ganze Nacht und den ganzen nächsten Tag an, dann wird es etwas ruhiger und die letzten 24 Stunden fahren wir sogar mit Motor. Wir erreichen Siracusa auf Sizilien nach 3 vollen Tagen und Nächten und sind HEILFROH endlich anzukommen und diese Tortour hinter uns zu haben. Darum beschließen wir trotz horrender Preise für die ersten beiden Nächte uns in eine Marina zu legen um erstmal Ruhe zu haben.

 

Ich wollte am ersten Morgen einen Fischer fragen, wo denn die nächste Bäckerei sei. Doch das war nicht so einfach zu beantworten, denn, erstmal musste er mich an der Hand nehmen und mir sein Boot zeigen mit dem er täglich unterwegs ist, dann zeigte er mir noch seine (lebenden und herumwurlenden) Köder und schenkte mir eine Mini Seestern. Dann hat er mir den Weg erklärt.

Jetzt genießen wir den italienischen Flair, den Cappuccino, das gute Brot und all die Delikatessen, die man hier kaufen kann. Der Markt bietet alles, was das (italophile) Herz begehrt und die Verkäufer sind immer zu einem Liedchen oder Scherz aufgelegt. Außerdem bekamen wir von einer Miesmuscheltaucherin schon ebensolche als Geschenk mitsamt einer Erklärung, wie man sie zubereitet. Wir werden noch ein paar Tage hier bleiben und das italienische Treiben genießen bevor wir der Insel Malta einen Besuch abstatten werden.

 

angehängtes Foto: Ankunft in Syrakus, Sizilien

 

 

 

 

MALTA

Die Fahrt nach Malta verläuft sehr angenehm. Wir haben leichten Wind und fast keine Wellen, allerdings segeln wir nur ungefähr ein Drittel der Strecke, den Rest motoren wir dahin. Aber es sind ja nur 55 Seemeilen und so kommen wir am späten Nachmittag in La Valletta, der Hauptstadt Maltas, an. Nachdem Malta jetzt auch in der EU ist, verläuft das Einklarierungsprocedere sehr unproblematisch. Wir legen uns in die Marina im Lazarettocreek und von dort aus wird alles für uns erledigt.

Malta kann man sehr leicht mit dem öffentlichen Bus erkunden. Sie sind sehr preiswert und fahren in sehr kurzen Intervallen. Es handelt sich hier um uralte Leyland und Bedford Busse – und es herrscht Linksverkehr. Das britische Erbe ist nicht zu übersehen. So kommen wir erstmal ins Zentrum von La Valletta. Es ist eine wunderschöne Altstadt mit richtigen Palästen, riesigen Kirchen und wunderschönen Plätzen. Die Gäßchen sind eng und die Häuserfronten sehr hoch, sodaß es schwierig wird ein schönes Foto zu machen. Es herrscht reges touristisches Treiben auf den Straßen und wir lassen uns einfach von dem wunderschönen Flair einfangen und bummeln durch die Stadt. Uns fällt ganz besonders die maltesische Sprache auf. Es ist ein Mix aus italienisch, englisch, französisch und ein bisschen arabisch. So sagen sie zum Beispiel für „Guten Morgen“: Buongio! ( die Italiener sagen buongiorno), und für „danke“ benutzen sie das englische thank you, und die Zahlen haben sie auch vom englischen übernommen. Es ist lustig zuzuhören. Man versteht immer wieder Fetzen, aber nie den Sinn des Gesagten.

Wir machen noch ein paar Fahrten in andere Städtchen und haben den Eindruck, daß Malta eine einzige Stadt ist. Die Ostküste ist sehr stark besiedelt und eine Stadt geht fast nahtlos in die andere über sodaß man eigentlich immer im Stadtgebiet unterwegs ist. Nach insgesamt drei Tagen geht es wieder zurück nach Sizilien. Wir haben diesmal wunderschönen Wind und segeln die ganze Strecke.

Der Sommer hat noch immer nicht richtig Einzug gehalten. Das Wetter ist zwar meistens schön, und wenn man dann durch eine Stadt marschiert ist es auch leicht warm genug. Allerdings ist es jetzt schon fast Ende Mai und wir waren noch kein einziges Mal im Meer schwimmen. Darum zieht es uns jetzt auch mehr in die Städte, denn in Buchten liegen und Sonne und Meer genießen müssen wir uns, wie es aussieht, für später aufheben. Abends braucht man immer noch einen warmen Pulli.

Nach einem schönen Segeltag mit achterlichem Wind erreichen wir eine der Mafia – Metropolen Catania. Auch hier müssen wir wieder in eine Marina, denn ein Platz zum Ankern ist nicht vorhanden. Der Platzanweiser, welcher auch für die Formalitäten verantwortlich ist, ist sehr freundlich und bittet uns dann anschließend in sein Büro zu kommen. Er spricht zwar sehr gut deutsch, da er für 14 Jahre in Deutschland gearbeitet hat, jedoch unterhalten wir uns auf italienisch, so ist es leichter für mich zu schäkern und über die Preise zu verhandeln. Letztendlich ist unser Schiff dann um 2 m kürzer als es in Wirklichkeit ist, und damit fallen wir auch schon in die nächstgünstigere Kategorie. Naja, reden muß man mit den Leuten.....

 Es ist eine Stadt mit 340.000 Einwohnern und dementsprechend viel ist abends auch los, als wir über die Piazzo del Duomo und die Einkaufsstraße, die Via Etna, spazieren. Es ist Samstag Abend und die Menschen flanieren durch die Straßen.

Am nächsten Tag, Sonntag, ist um 6 Uhr 30 Tagwache und wir marschieren zum Bus, welcher uns in Richtung Ätna bringen soll. Er bringt uns auf ca. 1900 m Seehöhe, von dort hat man die Möglichkeit, entweder zu Fuß weiter zu gehen, der Ätna ist 3340 m hoch, oder aber mit einem Jeep sich auf ca. 2500 m rauffahren zu lassen. Allerdings kostet die Fahrt pro Person 42 Euro, und das ist uns eindeutig zu viel. Schließlich sind wir auch richtig ausgerüstet mit unseren Bergschuhen, warmen Jacken und etwas Proviant, also marschieren wir los. Eine Straße schneidet sich in Windungen durch die Lavamassen. Denn wohin man schaut ist nur Lava,
( dementsprechend staubt es auch immer wenn ein Jeep mit faulen Touristen vorbeifährt ) und man kann sich das Ausmaß der Katastrophen bei einem Ausbruch des Vulkans nicht mal annähernd vorstellen. Catania wurde bis jetzt bereits 7 mal verschüttet und zerstört, Häuser, welche doch noch standhielten, wurden durch ein anschließendes Erdbeben vernichtet. Trotzdem wird die Stadt seit jeher unverdrossen immer wieder aufgebaut, allerdings sehen die Häuser nicht allzu gepflegt aus, so als ob es den Leuten egal wäre, denn über kurz oder lang verschüttet der Ätna eh wieder alles. Wir haben das Gefühl als wandeln wir durch eine Mondlandschaft.

Leider verschlechtert sich das Wetter und wir kehren wieder um. Am Rückweg erwischt uns sogar noch der Regen und es wird eiskalt. Deutsche, welche wir hier im Hafen kennengelernt haben und die auch ganz bis zum Krater raufmarschiert sind, erzählten uns, dass es dort oben sogar geschneit hat. Wir nehmen noch einen kleinen Imbiss während wir auf den Autobus warten und dann freuen wir uns schon auf eine heiße Dusche, denn wir sind von oben bis unten voll mit Staub.

Die nächsten beiden Tage bleiben wir noch in Catania und warten dort wieder mal eine Schlechtwetterfront mit Regen und viel Wind ab. Doch am dritten Tag ist es soweit, wir fahren die Ostküste entlang in Richtung Norden und unser nächster Stop sollte Taormina sein. Eine Stadt, welche malerisch auf einem Felsen liegt und zu den Hauptattraktionen Siziliens zählt. Der Wind ist ziemlich eingeschlafen, jedoch haben wir noch enormen Schwell von Osten und das macht ein Ankern vor, oder besser gesagt, unter Taormina unmöglich. Selbst im nahegelegenen Hafen ist ein Liegen für uns unmöglich und so lassen wir diese schöne Stadt unbeachtet und fahren weiter Richtung Strasse von Messina. Das ist einer der großen Nachteile, wenn man mit dem Segelboot unterwegs ist. Man kann noch so konkrete Vorstellungen davon haben, was man alles besichtigen und sehen möchte. Wenn der Wettergott nicht mitspielt nützt das gar nichts und man muß sich der höheren Gewalt fügen.

So fahren wir durch die Meerenge zwischen Sizilien und dem italienischen Festland und übernachten einmal in Scilla bevor es weitergeht zu den Äolischen, oder auch Liparischen, Inseln. Die Inseln sind die Gipfel einer Vulkankette die sich zwischen dem Vesuv bei Neapel und dem Ätna auf Sizilien erstreckt, und von denen 2 noch heute aktiv sind. Der Stromboli auf der gleichnamigen Insel und der Gran Cratere auf der Insel Vulcano. Schon von der Ferne sieht man den Stromboli und in regelmäßigen Abständen steigen Rauchwolken aus seinem Krater empor. Doch zunächst wollen wir nach Lipari, der Hauptinsel des Archipels. In dieser Bucht ist es sehr schwer einen Ankerplatz zu finden, denn der gesamte Strand wurde mit Marinastegen zugebaut und wenn man hier anlegen möchte langen die schon ordentlich zu. Selbst am Stadtkai, auf dem ein Mann unter einem Sonnenschirm sitzt und das Schiff nur an provisorischen Vorrichtungen vertäut, wird ordentlich abkassiert. Wenn man nur hier liegen will und kein Strom und Wasser braucht, na dann kostet es nur 20 Euro pro Nacht!!! Wofür, fragen wir uns.....

Wir entscheiden uns dann für einen Ankerplatz, der dann zu unserer Freude, sich als sehr ruhig erweist. Wir sind der Meinung, dass wir es nicht notwendig haben unsere Independence in einen Hafen zu stellen, wenn auch Ankerplätze verfügbar sind. Das so gesparte Geld geben wir viel lieber für gutes Essen und Wein aus. Am nächsten Tag machen wir einen kurzes Abstecher zur nächsten Insel, Salina. Hier verbringen wir eine unruhige Nacht und segeln am nächsten Morgen, unausgeschlafen und grantig, nach Vulcano. Und endlich, hier gibt es eine schöne, weitläufige Ankerbucht. Allerdings wie es in der Nähe von Vulkanen halt so ist, es stinkt nach faulen Eiern. Naja, man kann nicht alles haben !!! Es ist mittlerweile Juni geworden und der Sommer hat Einzug gehalten. Wir schnorcheln, schwimmen und liegen in der Sonne. Am späteren Nachmittag erkunden wir an Land die Gegend. Und wie es sich gehört, besteigen wir natürlich auch den Gran Cratere. Man ist in einer guten Dreiviertelstunde bereits am Kraterrand und kann diesen umwandern. Dabei muß man auch durch rauchende, gelbe Schwefelfelder marschieren. Am besten Luft anhalten, und durch. Es stinkt erbärmlich aber man hat eine wunderschöne Aussicht. Wir werden noch ein paar Tage hier auf Vulcano bleiben und den Sommer genießen, wer weiß, wann er wieder unterbrochen wird.

Dann heißt es wieder Anker auf und wir segeln wieder an die sizilianische Nordküste. Erst einen Zwischenstopp in Cefalù, welches eine sehr idyllische, kleine Stadt am Meer ist und dann Palermo. Die Marinas hier sind sehr gut ausgelastet und wir finden noch einen Platz in der Marina Mediterraneo. Hier wird die Independence wieder mal richtig mit Süßwasser gewaschen und die letzten Schwefelgerüche werden fortgespült. Palermo ist eine große, in unseren Augen recht schmutzige Stadt. Der moderne Teil mit seinen großen Einkaufsstraßen, mit Geschäften in denen man sämtliche Markenartikel kriegen kann, und in denen das Leben pulsiert, grenzt direkt an das Armutsviertel an. Dieses zu durchwandern war schon am hellichten Tag eine Sache für sich. Denn im Hinterkopf hatten wir doch immer, dass wir uns im Zentrum der Mafia befinden. Und wer weiß, wer sich sonst noch so alles auf den Straßen herumtreibt. Letztendlich gibt es in der Stadt eine Handvoll sehenswerter Bauwerke, Kirchen und Kathedralen die zu besichtigen sich lohnen.  Es hat uns doch recht gut gefallen, sind aber der Meinung, dass ein Tag in dieser Stadt genug sind und daher geht es weiter an der Küste in Richtung Westen nach San Vito lo Capo. Hier liegt gleich außerhalb der Hafenmole ein wunderschöner , weißer Sandstrand mit Palmen und das Wasser schimmert smaragdgrün. Eigentlich wie ein Karibikstrand, nur eben in Sizilien. Hier lassen wir ein paar Tage fünfe grade sein und schwimmen, schnorcheln, spazieren am Strand und liegen in der Sonne. Allerdings schläft der Wind nicht ein und so verholen wir uns jeden Abend an die Hafenmole und morgens ankern wir dann wieder vor dem Strand.

Genug gefaulenzt, jetzt geht es weiter nach Nordosten, zur Insel Ustica. Dies ist eine kleine Vulkaninsel und der Hauptort Ustica ist ein malerisches Dorf und die Wände der Häuser und Geschäfte sind mit schönen Wandmalereien verziert. Diese Insel ist ein Zwischenstopp auf unserem Weg an die Westküste Italiens.

 

 

DIE ITALIENISCHE WESTKÜSTE

 

Die Überfahrt von Ustica ans italienische Festland hat ca. 26 Stunden gedauert und wir sind fast alles motort. Wir machen an der Mole des kleinen Dorfes Acciaroli fest und schlafen uns erstmal aus. In der Zwischenzeit macht neben uns ein Segelboot mit 2 Australiern fest. Glyn und Kerry aus Adelaide. Wir freunden uns mit den beiden an und treffen uns auf ein Gläschen in einem kleinen Pub. Es ist ein sehr netter Abend und wir beschließen, da wir die gleiche Route vor uns haben, ein Stück des Weges gemeinsam zu segeln. Der nächste Hafen heißt Agropoli, in Anlehnung an das griechische Akropolis, da auch diese Stadt auf einem Felsen über dem Hafen trohnt. Hier liegt an der öffentlichen Mole bereits ein italienischer Katamaran und es stellt sich heraus, dass Glyn und Kerry die Besatzung, Sylvia und Giuliano, bereits von Marmaris her, wo sie überwinterten, kennen. So entstand eine sehr nette, internationale Nachbarschaft und einmal gab`s beim einen Rotwein, ein andermal gab`s dann beim anderen Kaffee und dann wieder mal ein gemeinsames, selbstgekochtes Abendessen.

Aber natürlich machen wir auch noch andere Dinge außer essen und trinken. Kultur zum Beispiel. Ganz in der Nähe von Agropoli liegen die Ruinen der uralten Stadt Paestum. Laut unserem Reiseführer ist es das schönste Beispiel früher griechischer Architektur in Italien. Und es hält, was der Reiseführer verspricht. Die Ruinen der Tempel sind wunderbar erhalten und die Anlage ist sehr groß.

Eine Schlechtwetterfront hält uns dann noch einen Tag länger als geplant in Agropoli. Aber am nächsten Tag ist alles wieder vorbei und wir haben wunderschönen Segelwind um nach Amalfi zu gelangen. Hier möchte ich kurz etwas zu den Preisen in den Häfen sagen. Mit einem Wort: verrückt! So wollte die Marina in Amalfi zum Beispiel 5 Euro pro Meter Schiffslänge haben. Unser Schiff ist 13 Meter lang mal 5 Euro, das macht dann satte
65 Euro! Für eine Nacht, nur um mit dem Schiff festzumachen. Dieses Geld stecken wir viel lieber in andere Dinge. Aber: gut dass wir Giuliano getroffen haben. Er sagte uns, dass es in fast jedem Hafen eine öffentliche Pier gibt und an dieser dürfen sie nichts verlangen. Natürlich, meint er, versuchen die Marinabetreiber einen immer wieder in die Marina zu schicken indem sie einfach behaupten und schon richtig ärgerlich argumentieren, dass man hier nicht anlegen DARF. Wir sollen uns aber nicht einschüchtern lassen sondern ganz zielbewußt anlegen und am besten bei der Küstenwache nachfragen, was nun jetzt Sache sei. Dann liegt man schlußendlich gratis. Und oben genannte 65 Euro sind noch laaaange nicht der Zenit ...........

Trotzdem, Amalfi ist eine wunderschöner, kleiner und romantischer, an grüne Hänge geschmiegter Ort. Trotz der vielen Touristen verliert er nichts an seinem Charme.

Aufgrund der Windverhältnisse ist es uns nicht möglich noch nach Sorrent zu segeln und so machen wir uns auf den Weg nach Procida. Das ist eine kleine Insel neben Ischia und unmittelbar vor Neapel gelegen. Wieder liegen wir kostenlos im Hafen, die Australier bei uns längsseits. Und so lassen wir die Schiffe zurück und fahren mit der Fähre nach Neapel. Diese Stadt ist sehr groß und lebendig. Man kann durch elendslange Einkaufsstraßen flanieren und ebenso einen Spaziergang durch die schöne Altstadt machen. Hier gibt es Kirchen in Hülle und Fülle. Von hier aus fahren wir auch mit dem Zug, dem Circumvesuviana, nach Herculaneum. Diese Stadt, am Fuße des Vesuv gelegen, wurde ebenso wie Pompeij beim großen Vulkanausbruch im Jahre 79 nach Christus, zerstört. Allerdings wurde diese Stadt nicht vollkommen zerstört, sondern sie wurde durch eine schlammige Anschwemmung von den Abhängen des Vulkans verschüttet, diese erstarrte und die erlangte Festigkeit war über Jahrhunderte der beste Schutz gegen Witterungseinflüsse und heimliche Ausgräber. Die Ausgrabungen begannen dann erst im Jahre 1709. Es sind noch viele Gebäude vorhanden, teilweise mit sehr schönen Wandmalereien und Mosaiken am Fußboden. Sehenswert.

 

Hier im Golf von Neapel liegen auch die berühmtesten italienischen Inseln. Capri und Ischia. Beide haben wir besucht und beide sind sehr schön. Auf Capri fährt man mit einer Seilbahn vom Hafen in den eigentlichen Ort Capri. Hier sind alle Marken vertreten die Rang und Namen haben: Dolce & Gabbana, Prada, Gucci ....... und das auf einer kleinen Insel, irgendwo im Mittelmeer. Wenn man den Hafen entlang geht sieht man traumhaft schöne und riesige Motoryachten.

 

Ischia gibt sich etwas weniger elitär. Es ist eine ursprünglich vulkanische Insel und aus diesem Grund gibt es auch einige Thermalquellen, sodaß diese Insel zu einem Kurort geworden ist. An den Hängen wächst der Wein und die Gärten und öffentlichen Anlagen quellen fast über vor Blütenpracht. Es ist wunderschön anzusehn.

Zum sogenannten „buchtln“  ist folgendes zu sagen. Wenn man hier in einer Bucht vor Anker liegt ist man bei weitem nicht allein. Wir sind es gewohnt von Griechenland oder auch von der Türkei, dass, wenn man sich eine Bucht aussucht, man fast oder sehr oft sogar ganz allein ist. Anders hier im Golf von Neapel. Wir lagen heute auf Procida vor Anker und mit uns geschätzte 300!!! Boote. Kleinere und größere , zum Großteil Motorboote. Man hat den Eindruck als könnte man die Bucht fast trockenen Fußes überqueren. Außerdem herrscht ein ständiges Kommen und Gehen, sodaß man nie ruhig liegt sondern immer von den Wellen der aus und einfahrenden Yachten gebeutelt wird. Und Motorbootfahrer können gar nicht langsam fahren.

 

Wir segeln , bzw. motoren,  weiter in Richtung Nordwest denn als nächstes stehen die Pontinischen Inseln am Programm. Dies sind Überbleibsel von Kraterrändern versunkener Vulkane. Die Insel Ventotene diente wie Ponza als Exil für unliebsame Zeitgenossen. So verbannte Kaiser Augustus seine Tochter Julia wegen ihres lockeren Lebenswandels hierher, wo sie sich weitab vom Klatsch der Großstadt Rom in einer wunderschönen Villa ihren zahlreichen Liebhabern widmen konnte.

Ponza ist berühmt für ihre Schönheit. Es ist ein zerklüfteter, langgestreckter Halbmond und so manche Bucht wird überragt von hohen, weißen Felsen, die das Sonnenlicht reflektieren. Wir ankern in der Cala Inferno auf  7 m Wassertiefe und unter uns ist klares, blaues Wasser und der Boden besteht aus feinem , weißen Sand. Aufgrund der Nähe zu Rom ist es allerdings an Wochenenden und in der Feriensaison ( wir sind mittendrin ) sehr überlaufen. Das wirkt sich natürlich auf die Preise aus. So bezahlt man hier für einen Kilo der kleinen Tomaten, welche in Neapel 1 Euro kosteten, ganze 4 Euro. Und dieser Multiplikationsfaktor zieht sich durch alle hier angebotenen Waren. Gestern zum Beispiel kam ein Boot zu unserem Ankerplatz heraus, dieses Boot hat schon bei anderen Yachten angehalten sodaß wir uns schon dachten, da will jetzt einer kassieren, hielt uns ein paar kopierte Zetteln in italienischer Sprache hin und erzählte uns dass er 7 Euro kassieren will, für den Müll den wir produzieren. Erst als wir ihm klargemacht hatten, dass wir jenen Mist auch bei uns an Bord behalten und im nächsten Ort in einen dafür vorgesehenen Mülleimer werfen, zog er unverrichteter Dinge wieder ab. Zwei Tage später kamen die nächsten und wollten Steuern kassieren. Da wir aber zuvor unter uns vereinbart haben, dass wir weder italienisch noch englisch sprechen können, mussten sie unverrichteter Dinge wieder abziehen.

Eines Abends gibt es wieder selber gefangene, kleine Fische, die wir in der Bucht geangelt haben. Zum Essen haben wir noch 7 Fische, 3, die wir bereits an der Angel hatten sind nach einer „Decksbesichtigung“ wieder im Wasser verschwunden.

Vor dem „Absprung“ nach Rom besuchen wir noch die kleine, schöne Insel Palmarola und bei vorhergesagten 5 bft. aus Süd machen wir uns um 04:45 Uhr, vorerst mit Motor, auf den Weg nach Fiumicino bei Rom.

Den ganzen Tag hatten wir nicht einmal 5 Knoten Wind (angesagt: 15-20 knt) sodass wir den ganzen Tag mit Maschine fuhren mussten. Dabei ist uns der Lichtmaschinenregler kaputt geworden und hat uns die Starterbatterie zum Kochen gebracht.

In Fiumicino liegen wir im Kanal und „restaurieren“ uns und das Schiff, bis Gregor und Marie kommen; d.h.: Putzen, Einkaufen, Wäsche waschen, (Lichtmaschine) reparieren..........

Mit Gregor und auch mit den Freunden, die uns danach für eine Woche besuchen, werden wir wieder Richtung Süden zu den Pontinischen Inseln segeln. Denn trotz unserer Schimpftirarden auf die Preise ist es eine wunderschöne Gegend mit herrlich klarem,blauem und mittlerweile sehr warmem Wasser.

Danach, Ende Juli, Anfang August sind wir für eine Woche in Österreich um Ines’ Schwester Doris bei ihrer Hochzeit zu feiern.

 

 

Der Kurzurlaub in Österreich war sehr schön und die Hochzeit meiner Schwester war , kurz gesagt, ein gelungenes Fest. Jetzt sind wir wieder zurück an Bord der Independence und mit uns noch zwei Freunde aus Österreich, die eine Woche bei uns verbringen werden. Gemeinsam segeln wir nach Sardinien. Wir brauchen dazu ca. 27 Stunden und wenn man die Nachtwache auf drei Schichten aufteilen kann, ist das für uns schon fast Luxus. Wir ankern nördlich von Sardinien in einer Bucht im Maddalena Archipel. Hier gibt es unzählige Inseln, manche bewohnt, doch viele unbewohnt umgeben von Unter- und Überwasserfelsen, sodaß bei der Navigation Vorsicht geboten ist. Nach einem Ruhetag segeln wir bei sehr gutem Wind nach Norden. Unser Ziel ist Bonifacio auf der Insel Korsika. Das ist eine natürliche, tief ins Land einschneidende Bucht und am Ende liegt der gleichnamige Ort auf einem hohen Felsen. Es ist unglaublich schön .

Am nächsten Tag segeln wir wieder zurück nach Sardinien und nach einer Nacht in einer großen, ruhigen Bucht geht`s weiter nach Porto Cervo. Dieser Ort liegt im Nordosten der Insel und ist das Yachtsportzentrum des „Consortio Costa Smeralda“. Dieses wurde 1962 unter Federführung von Karim Aga Khan zusammen mit ein paar anderen Superreichen, die dort ihre Ferienvillen hatten, gegründet. Es wurden strenge Auflagen für die touristische Erschließung festgelegt, damit die Bebauung in geschmackvoller, harmonisch in die Landschaft einfügender Weise erfolgt. Die Costa Smeralda wurde, wie von den Initiatoren gewünscht, zum Spielplatz der Superreichen. Millionäre und solche die dafür gehalten werden wollen, zeigen ihre neuen Luxusyachten vor und Ende August, wenn der ganze Jetset wieder abzieht, bleibt der Ort ruhig und verlassen zurück.

Wir müssen da natürlich hin und ankern, wie viele andere „Paparazzi“ vor dem Hafen und es ist einfach unglaublich was man da zu sehen bekommt. Es ist ein einzigartiges Schauspiel, das einem hier geboten wird. Eine Yacht lag hier am Kai, so groß wie eine kleinere Fähre, mit einem Hubschrauber am Oberdeck.

Uns zieht es weiter die Küste entlang Richtung Olbia wo uns dann auch unsere Freunde mit einer Fähre in Richtung Rom verlassen.

Olbia ist eine schöne, quirlig lebendige Stadt. Und das Feuerwerk, welches sie am 15. August Mitternacht abgefeuern ist wunderschön, farbenprächtig und laut. Hier verbringen wir insgesamt fast eine Woche Zeit. Nur leider ist es hier ein Problem, Wasser zu bekommen. Und unsere Wasserreserven sind schon ordentlich zusammen geschrumpft. Man liegt hier an einem öffentlichen Kai, dieser hat leider keine Wasserversorgung. Gleich nebenan gäbe es auch eine Marina, allerdings sind hier alle Plätze belegt – wieder kein Wasser. Wir gekommen die Telefonnummer eines Unternehmens, welches mit LKW`s Wasser liefert. Allerdings haben die eine Kapazität von 6000 Litern, und wir benötigen grad mal 400 Liter – auch wieder nix. Wir beobachten dann allerdings wie die Küstenwache ihr Schiff betankt und wäscht und dies von einem kleinen Tankwagen aus. Also nichts wie hin und fragen. „Naja, dies ist eigentlich ein Tankwagen der extra für uns abgestellt wurde und damit wird leider kein Service angeboten, aber ich werde mal den Kommandanten fragen, und wenn etwas übrig bleibt, kommen wir zu euch“.  Na das ist ja mal eine äußerst freundliche Mitteilung. Am späten Nachmittag dann, wir haben schon gar nicht mehr dran geglaubt, kommt doch tatsächlich der kleine Tankwagen zu uns und das „restliche“ Wasser war noch genug um unsere Tanks zu füllen und das Schiff abzuspritzen. Da dies alles mit einem Feuerwehrschlauch passiert, sind die Tanks im Nu voll und mit Hochdruck ist das Schiff gleich mal blitzeblank.

Nach ein paar Tagen verlassen wir Olbia wieder und machen uns auf den Weg in Richtung Süden. Die Ostküste ist nicht besonders sehenswert und es gibt auch fast keine geschützten Häfen hier sodaß wir nach einem kurzen Stopp in Arbatax gleich weiter nach Cagliari segeln. Diese Stadt gefällt uns sehr gut. Es gibt zwar keine typische Altstadt mit Monumenten und Sehenswürdigkeiten, aber trotzdem hat Cagliari einen gewissen Flair und pulsierendes Leben.

Wir warten hier auch auf günstigen Wind um weiter nach Sizilien segeln zu können. Allerdings hat es eines morgens vielversprechend begonnen, und wir hatten eine starke Brise aus West, doch die hat es sich schon nach einer Stunde wieder anders überlegt und wir sind fast den ganzen Rest des Weges bis zu den Ägadischen Inseln, westlich von Sizilien, motort.

Wie unschwer zu erkennen ist, haben wir unsere Pläne geändert. Wir werden nicht weiter nach Westen gehen sondern segeln jetzt wieder zurück nach Osten über Sizilien, Italiens Stiefelsohle, die Ionischen Inseln wie z. B. Korfu und dann an den Peloponnes. Hier werden wir in der Kalamata Marina unsere Independence überwintern lassen. Nik und ich werden diesen Winter viel Zeit in Österreich verbringen.

Das heißt, die meisten Gegenden, in die wir jetzt noch kommen werden, haben wir in vorangegangenen Sailinfos schon beschrieben. Wir werden uns nochmals melden, wenn wir unser Ziel in Griechenland erreicht haben.

 

Der Kurzurlaub in Österreich war sehr schön und die Hochzeit meiner Schwester war , kurz gesagt, ein gelungenes Fest. Jetzt sind wir wieder zurück an Bord der Independence und mit uns noch zwei Freunde aus Österreich, die eine Woche bei uns verbringen werden. Gemeinsam segeln wir nach Sardinien. Wir brauchen dazu ca. 27 Stunden und wenn man die Nachtwache auf drei Schichten aufteilen kann, ist das für uns schon fast Luxus. Wir ankern nördlich von Sardinien in einer Bucht im Maddalena Archipel. Hier gibt es unzählige Inseln, manche bewohnt, doch viele unbewohnt umgeben von Unter- und Überwasserfelsen, sodaß bei der Navigation Vorsicht geboten ist. Nach einem Ruhetag segeln wir bei sehr gutem Wind nach Norden. Unser Ziel ist Bonifacio auf der Insel Korsika. Das ist eine natürliche, tief ins Land einschneidende Bucht und am Ende liegt der gleichnamige Ort auf einem hohen Felsen. Es ist unglaublich schön .

Am nächsten Tag segeln wir wieder zurück nach Sardinien und nach einer Nacht in einer großen, ruhigen Bucht geht`s weiter nach Porto Cervo. Dieser Ort liegt im Nordosten der Insel und ist das Yachtsportzentrum des „Consortio Costa Smeralda“. Dieses wurde 1962 unter Federführung von Karim Aga Khan zusammen mit ein paar anderen Superreichen, die dort ihre Ferienvillen hatten, gegründet. Es wurden strenge Auflagen für die touristische Erschließung festgelegt, damit die Bebauung in geschmackvoller, harmonisch in die Landschaft einfügender Weise erfolgt. Die Costa Smeralda wurde, wie von den Initiatoren gewünscht, zum Spielplatz der Superreichen. Millionäre und solche die dafür gehalten werden wollen, zeigen ihre neuen Luxusyachten vor und Ende August, wenn der ganze Jetset wieder abzieht, bleibt der Ort ruhig und verlassen zurück.

Wir müssen da natürlich hin und ankern, wie viele andere „Paparazzi“ vor dem Hafen und es ist einfach unglaublich was man da zu sehen bekommt. Es ist ein einzigartiges Schauspiel, das einem hier geboten wird. Eine Yacht lag hier am Kai, so groß wie eine kleinere Fähre, mit einem Hubschrauber am Oberdeck.

Uns zieht es weiter die Küste entlang Richtung Olbia wo uns dann auch unsere Freunde mit einer Fähre in Richtung Rom verlassen.

Olbia ist eine schöne, quirlig lebendige Stadt. Und das Feuerwerk, welches sie am 15. August Mitternacht abgefeuern ist wunderschön, farbenprächtig und laut. Hier verbringen wir insgesamt fast eine Woche Zeit. Nur leider ist es hier ein Problem, Wasser zu bekommen. Und unsere Wasserreserven sind schon ordentlich zusammen geschrumpft. Man liegt hier an einem öffentlichen Kai, dieser hat leider keine Wasserversorgung. Gleich nebenan gäbe es auch eine Marina, allerdings sind hier alle Plätze belegt – wieder kein Wasser. Wir gekommen die Telefonnummer eines Unternehmens, welches mit LKW`s Wasser liefert. Allerdings haben die eine Kapazität von 6000 Litern, und wir benötigen grad mal 400 Liter – auch wieder nix. Wir beobachten dann allerdings wie die Küstenwache ihr Schiff betankt und wäscht und dies von einem kleinen Tankwagen aus. Also nichts wie hin und fragen. „Naja, dies ist eigentlich ein Tankwagen der extra für uns abgestellt wurde und damit wird leider kein Service angeboten, aber ich werde mal den Kommandanten fragen, und wenn etwas übrig bleibt, kommen wir zu euch“.  Na das ist ja mal eine äußerst freundliche Mitteilung. Am späten Nachmittag dann, wir haben schon gar nicht mehr dran geglaubt, kommt doch tatsächlich der kleine Tankwagen zu uns und das „restliche“ Wasser war noch genug um unsere Tanks zu füllen und das Schiff abzuspritzen. Da dies alles mit einem Feuerwehrschlauch passiert, sind die Tanks im Nu voll und mit Hochdruck ist das Schiff gleich mal blitzeblank.

Nach ein paar Tagen verlassen wir Olbia wieder und machen uns auf den Weg in Richtung Süden. Die Ostküste ist nicht besonders sehenswert und es gibt auch fast keine geschützten Häfen hier sodaß wir nach einem kurzen Stopp in Arbatax gleich weiter nach Cagliari segeln. Diese Stadt gefällt uns sehr gut. Es gibt zwar keine typische Altstadt mit Monumenten und Sehenswürdigkeiten, aber trotzdem hat Cagliari einen gewissen Flair und pulsierendes Leben.

Wir warten hier auch auf günstigen Wind um weiter nach Sizilien segeln zu können. Allerdings hat es eines morgens vielversprechend begonnen, und wir hatten eine starke Brise aus West, doch die hat es sich schon nach einer Stunde wieder anders überlegt und wir sind fast den ganzen Rest des Weges bis zu den Ägadischen Inseln, westlich von Sizilien, motort.

Wie unschwer zu erkennen ist, haben wir unsere Pläne geändert. Wir werden nicht weiter nach Westen gehen sondern segeln jetzt wieder zurück nach Osten über Sizilien, Italiens Stiefelsohle, die Ionischen Inseln wie z. B. Korfu und dann an den Peloponnes. Hier werden wir in der Kalamata Marina unsere Independence überwintern lassen. Nik und ich werden diesen Winter viel Zeit in Österreich verbringen.

Das heißt, die meisten Gegenden, in die wir jetzt noch kommen werden, haben wir in vorangegangenen Sailinfos schon beschrieben. Wir werden uns nochmals melden, wenn wir unser Ziel in Griechenland erreicht haben.

 

 

 

Auf den Ägadischen Inseln verbringen wir die erste Nacht nach unserer Überfahrt von Sardinien. Wir wollen eigentlich am nächsten Tag die Insel Favignana besuchen, doch leider ist der Hafen überfüllt und es ist kein freies Plätzchen zu kriegen. Wind aus nördlichen Richtungen erlaubt es auch nicht vor dem Hafen zu ankern also geht es weiter, unter Segel wohlgemerkt, nach Capo San Vito. Hier bleiben wir wieder ein paar Tage und dann geht es weiter über Sferracavallo, Cefalù und Milazzo an der Nordküste Siziliens, dann durch die Straße von Messina mit sehr gutem Wind nach Bova Marina und nach Rocella Ionica. Eine unfertige Marina in der sowohl die Stege gut und benützbar sind und auch Wasser vorhanden ist. Und das ganze noch dazu gratis. Die Region Kalabrien ist eine recht arme Gegend. Allerdings sind die Menschen wieder mal sehr freundlich. Eines Tages spaziere ich an den Fischerbooten vorbei, winkt mich gleich einer zu sich und schenkt mir etliche Sardinen. An Bord kommt auch , wegen stadistischen Erhebungen, ein Beamter der Guardia Finanza. Er erzählt uns, dass die meisten Menschen hier in der Region entweder Fischer sind oder bei der Eisenbahn arbeiten oder Beamte sind wie er ( Polizei, Küstenwache, Finanzbehörde...)

Die Strände hier sind kilometerlange Sandstrände und vereinzelt sehen wir auch Menschen drauf. Angeblich soll das im Juli und August anders sein, aber außerhalb der Hauptsaison herrscht hier Ruhe und Einsamkeit. Wir warten hier in Rocella Ionica auf guten westlichen Wind um nach Griechenland rüber zu segeln. Wir haben schon die längste Zeit starken Nordost und dementsprechend sind auch die Wellen. Als aber eines Tages der Wetterbericht Nordwest Wind vorhersagt, laufen wir morgens um  6 Uhr aus Richtung Osten. Die Wellen sind ziemlich ungemütlich, das Frühstück unterwegs wird fast zur Zirkusnummer. Wir überlegen , ob es nicht besser wäre umzukehren. Plötzlich kommt eine Böe und läßt uns ziemlich in den Wind schießen und danach bemerkt Nik, dass die Schlaufen , welche das Vorsegel unten befestigen und daran hindern nach oben zu rutschen, gerissen sind. Wir haben unser altes Vorsegel als Ersatz dabei aber aufgrund des recht starken, mittlerweile schon wieder auf Nordost drehenden Windes, und der hohen Wellen entscheiden wir uns gegen ein Segelwechseln auf See sondern machen kehrt und laufen wieder Richtung Rocella Ionica. Hat nicht sollen sein, wer weiß, wofür das gut war. Im Hafen haben wir dann Zeit das Vorsegel zu wechseln und außerdem schläft hier der Wind komplett ein. Also wir warten wieder mal auf Wind, packen unsere Fahrräder aus und radeln eben durch die Gegen. Im Hafen sind mittlerweile Südafrikaner, die Sunrise Star mit Susan, Basil und Mike angekommen. Das ist für mich wieder mal eine Supergelegenheit mit denen über RSA zu plaudern. Sie geben uns auch ihre Adresse, falls wir mal in der Gegend sind, dass wir uns melden.

So, dann ist es soweit, nach längerer windstiller Zeit, ist Wind aus westlicher Richtung angesagt. Wir machen alles bereit und ab geht es via Crotone , wohin wir schön segeln können, nach Osten. Aber das leider alles unter Motor. Naja, die Windprognosen haben meistens nicht gestimmt. Also sind wir die ganze Zeit motort aber dafür wahren wir schon um 0845 bzw. 0945 Ortszeit in Lakka, Paxos, GRIECHENLAND.

Wir verbringen einige Tage in Lakka um zu schwimmen, faulenzen oder in der Sonne zu liegen. Unsere weitere Route führt uns dann weiter nach Gaios/Paxos, Preveza, Lefkas, Sivota, Vathi/Ithaka, Poros/Keffallonia, Zakynthos, Katakolon und wunderschöner Segelwind bringt uns nach Methoni am Peloponnes. Hier haben wir noch eine große Goldmakrele an der Angel. Leider ist diese jedoch im letzten Moment noch abgezischt. Diesmal haben wir leider kein Anglerglück. Nach kurzer Pause in Methoni machen wir uns auf den Weg nach Koroni. Wir haben traumhaften, achterlichen Segelwind doch als wir Kurs Richtung Norden einschlagen, hört der Wind auf. Also motoren wir das kurze Stück nach Koroni weiter und springen nochmal in die Fluten. Nach kurzer Zeit allerdings kommt wieder ordentlich Wind auf und der ist erstens schlecht für unseren Ankerplatz und zweitens gut für eine Weiterfahrt nach Kalamata. Und so setzen wir Segel und haben noch einen wunderschönen Segeltag als Abschluß für diese Saison. Wir machen bis zu 7 Knoten Fahrt und rauschen auf die Marina, welche unser Winterliegeplatz für dieses Jahr sein soll, zu.

Nach 2 Tagen in Hafen melden wir uns in der Marina an und bekommen unseren Liegeplatz. Jetzt wird die Independence geputzt, die Segel gewaschen, Schlauchboot und Leinen gewaschen und eingewintert. Ebenso unsere ganze Wäsche denn der letzte Waschsalon war in Cagliari, da kommt schon einiges zusammen.

Jetzt werden noch die Taschen und Rucksäcke gepackt und dann geht es ab mit dem Zug nach Patras und von dort mit der Fähre nach Triest. Unsere Independence wird aus dem Wasser gehoben und bekommt über den Winter einen Landliegeplatz.

 

 

Resümee:

 

Wir sind jetzt nach 3700 Seemeilen in der Marina Kalamata am Peloponnes angekommen.

Wir waren heuer 180 Tage unterwegs. Anfang April ging es von der Marina Kemer in der Türkei erstmal nach Zypern. Dann ging es über die Südküste der Türkei durch Griechenland, vom Peloponnes in einer 3 Tage und 3 Nächte dauernden Überfahrt  nach Sizilien. Weiter ging es nach Malta, wieder zurück nach Sizilien, die Äolischen Inseln, die italienische Westküste hinauf bis Rom. Dann gabs einen Kurzbesuch in Österreich. Als wir wieder zurückkamen segelten wir nach Sardinien, machten einen Abstecher nach Korsika um dann an der sardischen Ostküste entlang nach Süden bis Cagliari. Dann ging es an der Nordküste Siziliens entlang nach Osten. Durch die Straße von Messina und entlang der italienischen Stiefelsohle zog es uns wieder nach Griechenland. Paxos, Preveza, Levkas, Kefallonia, Ithaka, Zakynthos und schlußendlich der Peloponnes.

Hier in der Marina beginnen nun die Einwinterungsarbeiten. Wir werden die Independence dieses mal an Land überwintern lassen und wir beide fahren Mitte Oktober in die Steiermark und genießen mal wieder den österreichischen Winter.