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Hallo liebe
Freunde!
Bald ist es
wieder soweit, dass wir unseren „Winterschlaf“ beenden. Das Wetter wird immer
beständiger, die Sonne ist schon sehr kräftig und wir bringen unsere Independence
auf Vordermann.
Dieser
Winter in Kemer war verglichen mit dem Vorjahr sehr kalt (obwohl es schon im
Vorjahr hieß, dass der Winter damals außergewöhnlich schlecht war). Es hat zwar
weniger geregnet aber immer wieder mal starken Wind gegeben und, wie gesagt,
saukalt.
Dieses
Frühjahr verzichten wir darauf, das Schiff herauszuheben, da das Antifouling
noch recht gut ist (da haben wir voriges Frühjahr anscheinend gute Arbeit
geleistet) und dies ist auch sehr teuer hier. Außerdem haben wir in der letzten
Saison keine großartigen Probleme mit der Independence gehabt und immer
wieder Kleinigkeiten unterwegs repariert. Auf diese Weise haben wir
diesbezüglich heuer keinen Stress.
Wesentlich
stressfreier ging es diesen Winter auch in der Marina zu: Ines macht zwar
Aerobic und Bauchtanz mit und gibt Italienisch- Unterricht, Nik verzichtete
fast gänzlich auf derartige Aktivitäten, sodass es ein ziemlich fauler Winter
wurde.
Dafür haben
wir aber diesen Sommer ein Marathonprogramm vor. Ursprünglich wollten wir nach
Zypern und in den Nahen Osten (Syrien, Libanon und Israel) , dann über
Gibraltar und die Kanaren, Kapverden sowie Gambia noch über den Atlantik in die
Karibik.
Nachdem wir
die Grobplanung fertig hatten, war uns klar, dass dies zu viel Stress und
eigentlich gegen unsere Philosophie ist, unterwegs möglichst viel von Land und
Leuten kennen zu lernen.
Nach
nochmaligem Überdenken und Planen schaut somit unser vorläufiges Programm für
heuer wie folgt aus:
Sofern das
Wetter gut ist, wollen wir zu Ostern auf Zypern sein.
Den Nahen
Osten haben wir aufgrund der unsicheren politischen Lage dort und der Tatsache,
dass wir Ende Juli in Rom sein wollen, gestrichen.
Zurück aus
Zypern wollen wir Ende April über die Südtürkei und Griechenland (in sehr
großen Schritten, da wir das alles ja schon besucht haben) nach Sizilien und
Malta. Dort werden wir uns viel Zeit lassen um uns diese Inseln anzusehen. Dann
werden wir über die Liparischen Inseln, Stromboli, Neapel bis in die Nähe von
Rom segeln.
Von Rom aus
werden wir Ende Juli für eine Woche nach Hause fliegen, da Ines’ Schwester
Doris in Tirol heiraten wird.
Danach geht
es über Korsika und Sardinien weiter zu den Balearen und im Spätherbst wollen
wir –aus heutiger Sicht- irgendwo an Spaniens Festlandküste unser
Winterquartier aufschlagen. Wir werden in dieser Zeit nochmal nach Österreich
fliegen, danach Spanien besichtigen und
spanisch lernen (das brauchen wir sicher auf unserer weiteren Reise) und
natürlich gehört die Independence nochmals gut überholt und für den
Atlantik fit gemacht.
Madeira,
die Kanaren, Kapverden und Gambia sowie die Atlantiküberquerung haben wir somit
auf das nächste Jahr verschoben. Wir haben ja (hoffentlich) Zeit genug und wir
wollen unsere Reise genießen.
Selbstverständlich
werden wir euch auch heuer wieder mit Bildern und Geschichten auf dem Laufenden
halten und wir freuen uns auf jede Nachricht von euch.
Mitsegelinteressierte
kennen somit unsere grobe Route und bitten wir um direkte Kontaktaufnahme.
22. April
2004
So, die
Winterpause ist vorbei, Independence ist geputzt, poliert und startklar und
auch wir beide kriegen schön langsam einen Lagerkoller. Wir haben die Zeit in
der Marina genossen, doch jetzt wenn die Tage immer länger werden, die Sonne
scheint und ein schöner Segelwind weht, am 9. April zieht es uns wieder hinaus
aufs Meer.
Wir haben
einen langen Schlag vor uns. Um 5 Uhr morgens ist Tagwache und um 6 Uhr brechen
wir auf Richtung Zypern. Einige unserer Freunde sind auch schon auf den Beinen
um uns mit den Nebelhörnen „ Auf Wiedersehen“ zu sagen. Kurs 140 Grad nach
Zypern. Es liegen 150 Meilen vor uns, eine lange Strecke nach der 5 monatigen
Winterpause. Doch wir wollen an Ostern in Paphos sein und uns
griechisch-orthodoxe Feiern ansehen.
Die
Überfahrt war angenehm, wir hatten fast keine Welle und anfangs noch schönen
Segelwind. Allerdings ist dieser mit Sonnenuntergang eingeschlafen und wir
mussten den Rest der Strecke motoren.
Wir bleiben
fast 2 Wochen in Paphos und schauen uns die Insel mittels eines Mietwagens an.
Außer dass das Leben hier ordentlich teuer ist, wird uns wahrscheinlich nichts
in ewiger Erinnerung bleiben. Hier fühlt man sich als Tourist noch so richtig
ausgenommen. Das fängt schon damit an, dass die Minimum Miete für ein Auto 3
Tage beträgt – unserer Meinung nach, hat man die Insel, den griechischen Teil,
allerdings in 2 Tagen gesehen. Trotzdem genießen wir unser Schweinesteak am
Bordgrill, denn das hatten wir in der moslemischen Türkei ja nicht.
Wir waren
in Nikosia, Larnaka, Limassol und Polis und außerdem machten wir einen Trip
durch die Berge.
Die
(letzte) geteilte Hauptstadt macht für uns, außer den (touristischen)
Einkaufsstrassen eher einen heruntergekommenen Eindruck. Mal sehen, wie es mit
der Wiedervereinigung aussehen wird. Was wir jedoch mitbekommen, wird mit
irrsinnigen Material- bzw. Geldmitteln dagegen Stimmung gemacht. („OXI“- nein -
liest man, wohin man schaut).
Ähnliche
Eindrücke haben wir auch von den anderen Städten.
Troodos, im
Landesinneren ist für „Flachlandtiroler“ sicher sehr schön, aber für ein
gestandenes Bergvolk, wie uns, eher normal; m.E. ist die steirische „Bucklige
Welt“ zehnmal schöner (Nik).
Weiters hat
Nik ziemliche Probleme mit dem Linksverkehr, da er an permanentem Linksdrall
(zu Nahe am Strassenrand) leidet.
Nordzypern
war für uns leider noch nicht zugänglich.
Die
Rückfahrt von Zypern nach Kekova ( wieder Türkei ) wahr nicht so angenehm. Wir
hatten recht starken Südost Wind, hohe Welle und Regen. An Schlaf war nicht zu
denken und außerdem kämpften wir beide sogar mit der Seekrankheit. Durch das
schlechte Wetter hielten wir uns ziemlich viel unter Deck auf, und das fördert
natürlich das Unwohlsein. Nach 31 Stunden segeln kommen wir in Kekova, einer
wunderbar geschützten Bucht, an . Der Anker fällt, ich koche uns noch etwas
Gutes und um 18 Uhr abends fallen wir bereits in einen tiefen, aber wohlverdienten
Schlaf und werden erst wieder morgens um 7 Uhr wach. Das hat gut getan. Wir
segeln noch weiter bis Fethije, wo wir noch Freunde aus Österreich treffen
werden, für die die Segelsaison auch schon begonnen hat. Und dann kehren wir
der Türkei endgültig den Rücken und weiter geht’s in den Westen.
Am nächsten
Morgen brechen wir wieder um 6 Uhr früh auf, wir wollen die ca. 60 Seemeilen
bis Fethiye gerne an einem Tag schaffen. Leider läßt uns der Wind wieder mal in
Stich und wir motoren. Wir verbringen den Tag mit Lesen und Faulenzen. Als ich
dann nach ca. 50 Meilen in die Küche gehe und uns eine gute Gemüsesuppe koche,
fragt Nik: „ Und was gibt es sonst noch?“ Und ich antwortete, dass wir sicher
noch Nudeln an Bord haben für Spaghetti ( die wir allerdings auch schon am Tag
zuvor hatten). Nik zieht ein langes Gesicht und schaut nach, ob bei unseren
beiden Schleppangeln nicht etwas angebissen hat. Und ........ tatsächlich, an
unserem großen Köder zieht was ganz gewaltig, sodass Nik die Handschuhe braucht
um den Burschen rauszuziehen. Und dann ist er da, unser Abendessen, ein
prachtvoller Thunfisch von 60 cm Länge !!!!!! Der erste in diesem Jahr. Wie
gut, dass wir heute noch unsere Freunde treffen, die werden gleich zum
Abendessen eingeladen. Hoffentlich mögen sie Fisch............
22. April
2004
So, die
Winterpause ist vorbei, Independence ist geputzt, poliert und startklar und
auch wir beide kriegen schön langsam einen Lagerkoller. Wir haben die Zeit in
der Marina genossen, doch jetzt wenn die Tage immer länger werden, die Sonne
scheint und ein schöner Segelwind weht, am 9. April zieht es uns wieder hinaus
aufs Meer.
Wir haben
einen langen Schlag vor uns. Um 5 Uhr morgens ist Tagwache und um 6 Uhr brechen
wir auf Richtung Zypern. Einige unserer Freunde sind auch schon auf den Beinen
um uns mit den Nebelhörnen „ Auf Wiedersehen“ zu sagen. Kurs 140 Grad nach
Zypern. Es liegen 150 Meilen vor uns, eine lange Strecke nach der 5 monatigen
Winterpause. Doch wir wollen an Ostern in Paphos sein und uns griechisch-orthodoxe
Feiern ansehen.
Die
Überfahrt war angenehm, wir hatten fast keine Welle und anfangs noch schönen
Segelwind. Allerdings ist dieser mit Sonnenuntergang eingeschlafen und wir
mussten den Rest der Strecke motoren.
Wir bleiben
fast 2 Wochen in Paphos und schauen uns die Insel mittels eines Mietwagens an.
Außer dass das Leben hier ordentlich teuer ist, wird uns wahrscheinlich nichts
in ewiger Erinnerung bleiben. Hier fühlt man sich als Tourist noch so richtig
ausgenommen. Das fängt schon damit an, dass die Minimum Miete für ein Auto 3
Tage beträgt – unserer Meinung nach, hat man die Insel, den griechischen Teil,
allerdings in 2 Tagen gesehen. Trotzdem genießen wir unser Schweinesteak am
Bordgrill, denn das hatten wir in der moslemischen Türkei ja nicht.
Wir waren
in Nikosia, Larnaka, Limassol und Polis und außerdem machten wir einen Trip
durch die Berge.
Die
(letzte) geteilte Hauptstadt macht für uns, außer den (touristischen)
Einkaufsstrassen eher einen heruntergekommenen Eindruck. Mal sehen, wie es mit
der Wiedervereinigung aussehen wird. Was wir jedoch mitbekommen, wird mit
irrsinnigen Material- bzw. Geldmitteln dagegen Stimmung gemacht. („OXI“- nein -
liest man, wohin man schaut).
Ähnliche
Eindrücke haben wir auch von den anderen Städten.
Troodos, im
Landesinneren ist für „Flachlandtiroler“ sicher sehr schön, aber für ein
gestandenes Bergvolk, wie uns, eher normal; m.E. ist die steirische „Bucklige
Welt“ zehnmal schöner (Nik).
Weiters hat
Nik ziemliche Probleme mit dem Linksverkehr, da er an permanentem Linksdrall
(zu Nahe am Strassenrand) leidet.
Nordzypern
war für uns leider noch nicht zugänglich.
Die
Rückfahrt von Zypern nach Kekova ( wieder Türkei ) wahr nicht so angenehm. Wir
hatten recht starken Südost Wind, hohe Welle und Regen. An Schlaf war nicht zu
denken und außerdem kämpften wir beide sogar mit der Seekrankheit. Durch das
schlechte Wetter hielten wir uns ziemlich viel unter Deck auf, und das fördert
natürlich das Unwohlsein. Nach 31 Stunden segeln kommen wir in Kekova, einer
wunderbar geschützten Bucht, an . Der Anker fällt, ich koche uns noch etwas
Gutes und um 18 Uhr abends fallen wir bereits in einen tiefen, aber
wohlverdienten Schlaf und werden erst wieder morgens um 7 Uhr wach. Das hat gut
getan. Wir segeln noch weiter bis Fethije, wo wir noch Freunde aus Österreich
treffen werden, für die die Segelsaison auch schon begonnen hat. Und dann
kehren wir der Türkei endgültig den Rücken und weiter geht’s in den Westen.
Am nächsten
Morgen brechen wir wieder um 6 Uhr früh auf, wir wollen die ca. 60 Seemeilen
bis Fethiye gerne an einem Tag schaffen. Leider läßt uns der Wind wieder mal in
Stich und wir motoren. Wir verbringen den Tag mit Lesen und Faulenzen. Als ich
dann nach ca. 50 Meilen in die Küche gehe und uns eine gute Gemüsesuppe koche,
fragt Nik: „ Und was gibt es sonst noch?“ Und ich antwortete, dass wir sicher
noch Nudeln an Bord haben für Spaghetti ( die wir allerdings auch schon am Tag
zuvor hatten). Nik zieht ein langes Gesicht und schaut nach, ob bei unseren
beiden Schleppangeln nicht etwas angebissen hat. Und ........ tatsächlich, an
unserem großen Köder zieht was ganz gewaltig, sodass Nik die Handschuhe braucht
um den Burschen rauszuziehen. Und dann ist er da, unser Abendessen, ein
prachtvoller Thunfisch von 60 cm Länge !!!!!! Der erste in diesem Jahr. Wie
gut, dass wir heute noch unsere Freunde treffen, die werden gleich zum
Abendessen eingeladen. Hoffentlich mögen sie Fisch............
30. April
2004
Mittlerweile
haben wir die Türkei nun endgültig verlassen und segeln durch die griechische
Inselwelt. Nach einem Tag Schlechtwetterpause in der wunderbar geschützten
Panormiti Bucht auf Simi geht’s weiter Richtung Westen. Wir segeln hart am Wind
und nach 12 Stunden erreichen wir Gyali. Hier übernachten wir vor Anker und am
nächsten Tag haben wir wieder tollen Wind, allerdings auch recht hohe Wellen,
und wir segeln die ganzen 50 Seemeilen mit 2 Reffs nach Astipalaya. Wir sind
wieder hart am Wind unterwegs und die Wellen werfen schon ab und zu eine Ladung
Wasser übers Cockpit. Allerdings ist das Wetter schön und bald ist alles wieder
trocken geblasen. Nach knappen 9 Stunden erreichen wir Ormos Vathi. Eine
Windpause zwingt auch uns zu einem Tag Pause – wir sind nicht böse drüber. Das
Wasser ist noch ziemlich frisch ( 18° ) und daher haben wir mit dem Schwimmen
noch nichts am Hut.
Wir
arbeiten uns Insel für Insel weiter westwärts, da kommen schon Tagesetappen
zwischen 45 und 80 Meilen zustande. Hin und wieder ziehen wir unsere
Schleppangel nach und es beißt auch immer einer an. Allerdings würden wir gerne
mal etwas anderes als Thunfisch essen, obwohl ich ihn schon in sehr vielen
verschiedenen Varianten zubereite – dennoch bleibt es Thunfisch! Und wenn wir
keinen wollen, lassen wir die Angel einfach aufgerollt. Wenn allerdings einer
anbeißt, dann reicht es wieder für mindestens für 3 Tage.
Wir
erreichen die Insel Milos und gehen am Kai im Hafenort Adamas längsseits. Wir
wollen hier zwei Tage bleiben und die Flaute abwarten, danach soll`s weiter
gehen auf den Peloponnes. Als wir gerade mitten im Schiff putzen sind, fallen
uns vier Leute auf, die unsere Independence genau unter die Lupe nehmen. Und
immer zu einem Plausch bereit, gehen wir auf die Leute zu und wir kommen ins
Gespräch. Diese vier sind Amerikaner , aus Michigan, und aus einem einzigen
Grund hier auf der Insel. Susan war 1966 nach ihrem Abitur hier in Griechenland
unterwegs und war mit einem kleinen Segelboot südlich von Milos in Seenot
geraten und dann auch auf einem Felsen aufgelaufen und das Boot ist dann
gesunken. Sie und die anderen Leute konnten sich mit nichts anderem als dem
Badezeug bekleidet, es war November, an Land retten und gingen dann querfeldein
bis sie zu einem Kloster kamen, in dem sie dann mittels Funk Hilfe holen
konnten. Ihr Wunsch war es nun, diese Stelle nochmal zu sehen. Sie erzählten
uns diese Story und fragten, ob wir mit Ihnen diesen Ausflug, gegen Bezahlung
natürlich, machen würden.
Naja, bis
jetzt hat uns ja noch niemand gechartert, aber warum nicht. Wir checken nochmal
den Wetterbericht und eine Stunde später geht`s auch schon los. Es ist fast
kein Wind und wir fahren die ganze Zeit unter Motor. Die vier Amerikaner
stellen sich als sehr nette Leute heraus und wir haben richtig Spaß. Um den
Bordservice komplett zu machen, serviere ich ihnen auch noch Thunfisch –
Spaghetti, mit selbst gefangenem Thunfisch (Gott sei Dank haben wir endlich den
ganzen Fisch aufgegessen!!!!)
Leider
haben wir die Stelle, an der Susan`s Boot auf ein Riff auflief, nicht mehr
gefunden.
Für die
nächste Zeit ist Südostwind angesagt. Eigentlich nicht schlecht für uns, wenn
wir Richtung Westen weiter wollen. Doch leider ist südlicher Wind auch meistens
mit schlechtem Wetter verbunden. Und so sind wir unterwegs, es sollte
eigentlich eine Vollmondnacht sein, also alles relativ hell und gute Sicht,
aber der Mond versteckt sich hinter einer dichten Wolkendecke und es regnet.
Der Wind frischt ordentlich auf und wir reffen. Endlich, gegen 5 Uhr morgens
kommen wir in die Nähe einer kleinen Insel am Peloponnes. Hier warten wir eine
Stunde lang bis endlich die Sonne aufgeht und wir gut sehen können, wo wir
anker werfen. Es ist hier nicht besonders tief und es gibt einige Riffe.
Endlich, der Anker fällt und wir fallen in die Betten. Doch schon 2 Stunden später holen uns heftige Windböen
wieder aus dem Schlaf. Wir haben bis 45 Knoten Wind und bereits beide Anker
draußen. Trotzdem ziehen wir laut GPS unsere beiden Anker noch ca. 15 Meter mit
bis dass sie sich endlich richtig fest in diesem weichen Sand eingraben. Der
Wind hält noch den ganzen Tag und die halbe Nacht an und uns, und vor allem
Nik, natürlich wach. Als es gegen Mitternacht endlich etwas ruhiger wird,
fallen wir in einen tiefen Schlaf. Am nächsten Morgen müssen wir weiter, da der
Wind dreht und wir hier hinter dieser kleinen Insel nicht mehr genügend
geschützt sind. Also, Segel setzen und hart am Wind gegen immer höher werdende
Wellen segeln. Und das ganze noch ziemlich unausgeschlafen. Unsere Laune ist
nicht die beste. Endlich erreichen wir mit Motorunterstützung die kleine Buch
Kagio am mittleren Finger des Peloponnes und werfen den Anker. Endlich. Stille.
Abendessen und ab ins Bett und nur noch schlafen........
Wir bleiben
zwei Tage in Kagio, dann noch eine Tagestour nach Methoni. Hier ist unsere
letzte griechische Station und wir gehen ins Dorf um nochmals Zaziki zu essen
und Retsina zu trinken. Denn so schnell werden wir wahrscheinlich nicht mehr
nach Griechenland kommen.
Vor uns
liegt eine Fahrt von fast 400 Seemeilen quer über das Ionische Meer bis nach
Sizilien. Der Wetterbericht für die nächsten paar Tage schaut nicht so schlecht
aus, nicht zu starke Winde und auch von achtern (östlich) sind prognostiziert,
grad richtig um ruhig zu segeln, und so entschließen wir uns am nächsten Morgen
unsere Tour zu starten. Das wird bislang die längste Etappe für uns ohne
irgendwo Land zu sehen. Anfangs haben wir noch achterlichen Wind, zwar stärker
als vorausgesagt, aber was soll`s, so kommen wir wenigstens schnell voran.
Allerdings dreht der Wind tagsüber und wir müssen hart am Wind segeln. Vorausgesagt
waren ca. 4 Windstärken und wir haben allerdings 7 bis 8 Beaufort !!!!!und dies
fast gegenan. Die Wellenhöhe nimmt immer mehr zu bis daß sie die Höhe eines
Einfamilienhauses erreicht haben. Die Nacht ist zappenduster, kein Mond zu
sehen und die Wellen werfen uns immer wieder zur Seite, sehen kann man sie
sowieso erst wenn sie über dem Cockpit zusammenbrechen. An Schlaf ist nicht zu
denken und unter Deck zu bleiben, um geschützt zu sein, ist auch keine gute
Idee, denn es schaukelt wie in einer Waschmaschine und wir haben beide schon
mit der Seekrankheit zu kämpfen. Der starke Wind hält noch die ganze Nacht und
den ganzen nächsten Tag an, dann wird es etwas ruhiger und die letzten 24
Stunden fahren wir sogar mit Motor. Wir erreichen Siracusa auf Sizilien nach 3
vollen Tagen und Nächten und sind HEILFROH endlich anzukommen und diese Tortour
hinter uns zu haben. Darum beschließen wir trotz horrender Preise für die
ersten beiden Nächte uns in eine Marina zu legen um erstmal Ruhe zu haben.
Ich wollte
am ersten Morgen einen Fischer fragen, wo denn die nächste Bäckerei sei. Doch
das war nicht so einfach zu beantworten, denn, erstmal musste er mich an der
Hand nehmen und mir sein Boot zeigen mit dem er täglich unterwegs ist, dann
zeigte er mir noch seine (lebenden und herumwurlenden) Köder und schenkte mir
eine Mini Seestern. Dann hat er mir den Weg erklärt.
Jetzt
genießen wir den italienischen Flair, den Cappuccino, das gute Brot und all die
Delikatessen, die man hier kaufen kann. Der Markt bietet alles, was das
(italophile) Herz begehrt und die Verkäufer sind immer zu einem Liedchen oder
Scherz aufgelegt. Außerdem bekamen wir von einer Miesmuscheltaucherin schon
ebensolche als Geschenk mitsamt einer Erklärung, wie man sie zubereitet. Wir
werden noch ein paar Tage hier bleiben und das italienische Treiben genießen
bevor wir der Insel Malta einen Besuch abstatten werden.
angehängtes
Foto: Ankunft in Syrakus, Sizilien
MALTA
Die Fahrt
nach Malta verläuft sehr angenehm. Wir haben leichten Wind und fast keine Wellen,
allerdings segeln wir nur ungefähr ein Drittel der Strecke, den Rest motoren
wir dahin. Aber es sind ja nur 55 Seemeilen und so kommen wir am späten
Nachmittag in La Valletta, der Hauptstadt Maltas, an. Nachdem Malta jetzt auch
in der EU ist, verläuft das Einklarierungsprocedere sehr unproblematisch. Wir
legen uns in die Marina im Lazarettocreek und von dort aus wird alles für uns
erledigt.
Malta kann
man sehr leicht mit dem öffentlichen Bus erkunden. Sie sind sehr preiswert und
fahren in sehr kurzen Intervallen. Es handelt sich hier um uralte Leyland und
Bedford Busse – und es herrscht Linksverkehr. Das britische Erbe ist nicht zu
übersehen. So kommen wir erstmal ins Zentrum von La Valletta. Es ist eine
wunderschöne Altstadt mit richtigen Palästen, riesigen Kirchen und
wunderschönen Plätzen. Die Gäßchen sind eng und die Häuserfronten sehr hoch,
sodaß es schwierig wird ein schönes Foto zu machen. Es herrscht reges
touristisches Treiben auf den Straßen und wir lassen uns einfach von dem
wunderschönen Flair einfangen und bummeln durch die Stadt. Uns fällt ganz
besonders die maltesische Sprache auf. Es ist ein Mix aus italienisch,
englisch, französisch und ein bisschen arabisch. So sagen sie zum Beispiel für
„Guten Morgen“: Buongio! ( die Italiener sagen buongiorno), und für „danke“
benutzen sie das englische thank you, und die Zahlen haben sie auch vom
englischen übernommen. Es ist lustig zuzuhören. Man versteht immer wieder
Fetzen, aber nie den Sinn des Gesagten.
Wir machen
noch ein paar Fahrten in andere Städtchen und haben den Eindruck, daß Malta
eine einzige Stadt ist. Die Ostküste ist sehr stark besiedelt und eine Stadt
geht fast nahtlos in die andere über sodaß man eigentlich immer im Stadtgebiet
unterwegs ist. Nach insgesamt drei Tagen geht es wieder zurück nach Sizilien.
Wir haben diesmal wunderschönen Wind und segeln die ganze Strecke.
Der Sommer
hat noch immer nicht richtig Einzug gehalten. Das Wetter ist zwar meistens
schön, und wenn man dann durch eine Stadt marschiert ist es auch leicht warm genug.
Allerdings ist es jetzt schon fast Ende Mai und wir waren noch kein einziges
Mal im Meer schwimmen. Darum zieht es uns jetzt auch mehr in die Städte, denn
in Buchten liegen und Sonne und Meer genießen müssen wir uns, wie es aussieht,
für später aufheben. Abends braucht man immer noch einen warmen Pulli.
Nach einem
schönen Segeltag mit achterlichem Wind erreichen wir eine der Mafia –
Metropolen Catania. Auch hier müssen wir wieder in eine Marina, denn ein Platz
zum Ankern ist nicht vorhanden. Der Platzanweiser, welcher auch für die
Formalitäten verantwortlich ist, ist sehr freundlich und bittet uns dann
anschließend in sein Büro zu kommen. Er spricht zwar sehr gut deutsch, da er
für 14 Jahre in Deutschland gearbeitet hat, jedoch unterhalten wir uns auf
italienisch, so ist es leichter für mich zu schäkern und über die Preise zu
verhandeln. Letztendlich ist unser Schiff dann um 2 m kürzer als es in
Wirklichkeit ist, und damit fallen wir auch schon in die nächstgünstigere
Kategorie. Naja, reden muß man mit den Leuten.....
Es ist eine Stadt mit 340.000 Einwohnern und
dementsprechend viel ist abends auch los, als wir über die Piazzo del Duomo und
die Einkaufsstraße, die Via Etna, spazieren. Es ist Samstag Abend und die
Menschen flanieren durch die Straßen.
Am nächsten
Tag, Sonntag, ist um 6 Uhr 30 Tagwache und wir marschieren zum Bus, welcher uns
in Richtung Ätna bringen soll. Er bringt uns auf ca. 1900 m Seehöhe, von dort
hat man die Möglichkeit, entweder zu Fuß weiter zu gehen, der Ätna ist 3340 m
hoch, oder aber mit einem Jeep sich auf ca. 2500 m rauffahren zu lassen.
Allerdings kostet die Fahrt pro Person 42 Euro, und das ist uns eindeutig zu
viel. Schließlich sind wir auch richtig ausgerüstet mit unseren Bergschuhen,
warmen Jacken und etwas Proviant, also marschieren wir los. Eine Straße
schneidet sich in Windungen durch die Lavamassen. Denn wohin man schaut ist nur
Lava,
( dementsprechend staubt es auch immer wenn ein Jeep mit faulen Touristen
vorbeifährt ) und man kann sich das Ausmaß der Katastrophen bei einem Ausbruch
des Vulkans nicht mal annähernd vorstellen. Catania wurde bis jetzt bereits 7
mal verschüttet und zerstört, Häuser, welche doch noch standhielten, wurden
durch ein anschließendes Erdbeben vernichtet. Trotzdem wird die Stadt seit
jeher unverdrossen immer wieder aufgebaut, allerdings sehen die Häuser nicht
allzu gepflegt aus, so als ob es den Leuten egal wäre, denn über kurz oder lang
verschüttet der Ätna eh wieder alles. Wir haben das Gefühl als wandeln wir
durch eine Mondlandschaft.
Leider
verschlechtert sich das Wetter und wir kehren wieder um. Am Rückweg erwischt
uns sogar noch der Regen und es wird eiskalt. Deutsche, welche wir hier im
Hafen kennengelernt haben und die auch ganz bis zum Krater raufmarschiert sind,
erzählten uns, dass es dort oben sogar geschneit hat. Wir nehmen noch einen
kleinen Imbiss während wir auf den Autobus warten und dann freuen wir uns schon
auf eine heiße Dusche, denn wir sind von oben bis unten voll mit Staub.
Die
nächsten beiden Tage bleiben wir noch in Catania und warten dort wieder mal
eine Schlechtwetterfront mit Regen und viel Wind ab. Doch am dritten Tag ist es
soweit, wir fahren die Ostküste entlang in Richtung Norden und unser nächster
Stop sollte Taormina sein. Eine Stadt, welche malerisch auf einem Felsen liegt
und zu den Hauptattraktionen Siziliens zählt. Der Wind ist ziemlich
eingeschlafen, jedoch haben wir noch enormen Schwell von Osten und das macht
ein Ankern vor, oder besser gesagt, unter Taormina unmöglich. Selbst im
nahegelegenen Hafen ist ein Liegen für uns unmöglich und so lassen wir diese
schöne Stadt unbeachtet und fahren weiter Richtung Strasse von Messina. Das ist
einer der großen Nachteile, wenn man mit dem Segelboot unterwegs ist. Man kann
noch so konkrete Vorstellungen davon haben, was man alles besichtigen und sehen
möchte. Wenn der Wettergott nicht mitspielt nützt das gar nichts und man muß
sich der höheren Gewalt fügen.
So fahren
wir durch die Meerenge zwischen Sizilien und dem italienischen Festland und
übernachten einmal in Scilla bevor es weitergeht zu den Äolischen, oder auch
Liparischen, Inseln. Die Inseln sind die Gipfel einer Vulkankette die sich
zwischen dem Vesuv bei Neapel und dem Ätna auf Sizilien erstreckt, und von
denen 2 noch heute aktiv sind. Der Stromboli auf der gleichnamigen Insel und
der Gran Cratere auf der Insel Vulcano. Schon von der Ferne sieht man den
Stromboli und in regelmäßigen Abständen steigen Rauchwolken aus seinem Krater
empor. Doch zunächst wollen wir nach Lipari, der Hauptinsel des Archipels. In
dieser Bucht ist es sehr schwer einen Ankerplatz zu finden, denn der gesamte
Strand wurde mit Marinastegen zugebaut und wenn man hier anlegen möchte langen
die schon ordentlich zu. Selbst am Stadtkai, auf dem ein Mann unter einem
Sonnenschirm sitzt und das Schiff nur an provisorischen Vorrichtungen vertäut,
wird ordentlich abkassiert. Wenn man nur hier liegen will und kein Strom und
Wasser braucht, na dann kostet es nur 20 Euro pro Nacht!!! Wofür, fragen wir
uns.....
Wir
entscheiden uns dann für einen Ankerplatz, der dann zu unserer Freude, sich als
sehr ruhig erweist. Wir sind der Meinung, dass wir es nicht notwendig haben
unsere Independence in einen Hafen zu stellen, wenn auch Ankerplätze verfügbar
sind. Das so gesparte Geld geben wir viel lieber für gutes Essen und Wein aus.
Am nächsten Tag machen wir einen kurzes Abstecher zur nächsten Insel, Salina.
Hier verbringen wir eine unruhige Nacht und segeln am nächsten Morgen,
unausgeschlafen und grantig, nach Vulcano. Und endlich, hier gibt es eine
schöne, weitläufige Ankerbucht. Allerdings wie es in der Nähe von Vulkanen halt
so ist, es stinkt nach faulen Eiern. Naja, man kann nicht alles haben !!! Es
ist mittlerweile Juni geworden und der Sommer hat Einzug gehalten. Wir
schnorcheln, schwimmen und liegen in der Sonne. Am späteren Nachmittag erkunden
wir an Land die Gegend. Und wie es sich gehört, besteigen wir natürlich auch
den Gran Cratere. Man ist in einer guten Dreiviertelstunde bereits am
Kraterrand und kann diesen umwandern. Dabei muß man auch durch rauchende, gelbe
Schwefelfelder marschieren. Am besten Luft anhalten, und durch. Es stinkt
erbärmlich aber man hat eine wunderschöne Aussicht. Wir werden noch ein paar
Tage hier auf Vulcano bleiben und den Sommer genießen, wer weiß, wann er wieder
unterbrochen wird.
Dann heißt
es wieder Anker auf und wir segeln wieder an die sizilianische Nordküste. Erst
einen Zwischenstopp in Cefalù, welches eine sehr idyllische, kleine Stadt am
Meer ist und dann Palermo. Die Marinas hier sind sehr gut ausgelastet und wir
finden noch einen Platz in der Marina Mediterraneo. Hier wird die Independence
wieder mal richtig mit Süßwasser gewaschen und die letzten Schwefelgerüche
werden fortgespült. Palermo ist eine große, in unseren Augen recht schmutzige
Stadt. Der moderne Teil mit seinen großen Einkaufsstraßen, mit Geschäften in
denen man sämtliche Markenartikel kriegen kann, und in denen das Leben
pulsiert, grenzt direkt an das Armutsviertel an. Dieses zu durchwandern war
schon am hellichten Tag eine Sache für sich. Denn im Hinterkopf hatten wir doch
immer, dass wir uns im Zentrum der Mafia befinden. Und wer weiß, wer sich sonst
noch so alles auf den Straßen herumtreibt. Letztendlich gibt es in der Stadt
eine Handvoll sehenswerter Bauwerke, Kirchen und Kathedralen die zu besichtigen
sich lohnen. Es hat uns doch recht gut
gefallen, sind aber der Meinung, dass ein Tag in dieser Stadt genug sind und
daher geht es weiter an der Küste in Richtung Westen nach San Vito lo Capo.
Hier liegt gleich außerhalb der Hafenmole ein wunderschöner , weißer Sandstrand
mit Palmen und das Wasser schimmert smaragdgrün. Eigentlich wie ein
Karibikstrand, nur eben in Sizilien. Hier lassen wir ein paar Tage fünfe grade
sein und schwimmen, schnorcheln, spazieren am Strand und liegen in der Sonne.
Allerdings schläft der Wind nicht ein und so verholen wir uns jeden Abend an
die Hafenmole und morgens ankern wir dann wieder vor dem Strand.
Genug
gefaulenzt, jetzt geht es weiter nach Nordosten, zur Insel Ustica. Dies ist
eine kleine Vulkaninsel und der Hauptort Ustica ist ein malerisches Dorf und
die Wände der Häuser und Geschäfte sind mit schönen Wandmalereien verziert.
Diese Insel ist ein Zwischenstopp auf unserem Weg an die Westküste Italiens.
DIE
ITALIENISCHE WESTKÜSTE
Die
Überfahrt von Ustica ans italienische Festland hat ca. 26 Stunden gedauert und
wir sind fast alles motort. Wir machen an der Mole des kleinen Dorfes Acciaroli
fest und schlafen uns erstmal aus. In der Zwischenzeit macht neben uns ein
Segelboot mit 2 Australiern fest. Glyn und Kerry aus Adelaide. Wir freunden uns
mit den beiden an und treffen uns auf ein Gläschen in einem kleinen Pub. Es ist
ein sehr netter Abend und wir beschließen, da wir die gleiche Route vor uns
haben, ein Stück des Weges gemeinsam zu segeln. Der nächste Hafen heißt
Agropoli, in Anlehnung an das griechische Akropolis, da auch diese Stadt auf
einem Felsen über dem Hafen trohnt. Hier liegt an der öffentlichen Mole bereits
ein italienischer Katamaran und es stellt sich heraus, dass Glyn und Kerry die
Besatzung, Sylvia und Giuliano, bereits von Marmaris her, wo sie überwinterten,
kennen. So entstand eine sehr nette, internationale Nachbarschaft und einmal
gab`s beim einen Rotwein, ein andermal gab`s dann beim anderen Kaffee und dann
wieder mal ein gemeinsames, selbstgekochtes Abendessen.
Aber
natürlich machen wir auch noch andere Dinge außer essen und trinken. Kultur zum
Beispiel. Ganz in der Nähe von Agropoli liegen die Ruinen der uralten Stadt
Paestum. Laut unserem Reiseführer ist es das schönste Beispiel früher
griechischer Architektur in Italien. Und es hält, was der Reiseführer
verspricht. Die Ruinen der Tempel sind wunderbar erhalten und die Anlage ist
sehr groß.
Eine
Schlechtwetterfront hält uns dann noch einen Tag länger als geplant in
Agropoli. Aber am nächsten Tag ist alles wieder vorbei und wir haben
wunderschönen Segelwind um nach Amalfi zu gelangen. Hier möchte ich kurz etwas
zu den Preisen in den Häfen sagen. Mit einem Wort: verrückt! So wollte die
Marina in Amalfi zum Beispiel 5 Euro pro Meter Schiffslänge haben. Unser Schiff
ist 13 Meter lang mal 5 Euro, das macht dann satte
65 Euro! Für eine Nacht, nur um mit dem Schiff festzumachen. Dieses Geld
stecken wir viel lieber in andere Dinge. Aber: gut dass wir Giuliano getroffen
haben. Er sagte uns, dass es in fast jedem Hafen eine öffentliche Pier gibt und
an dieser dürfen sie nichts verlangen. Natürlich, meint er, versuchen die
Marinabetreiber einen immer wieder in die Marina zu schicken indem sie einfach
behaupten und schon richtig ärgerlich argumentieren, dass man hier nicht
anlegen DARF. Wir sollen uns aber nicht einschüchtern lassen sondern ganz
zielbewußt anlegen und am besten bei der Küstenwache nachfragen, was nun jetzt
Sache sei. Dann liegt man schlußendlich gratis. Und oben genannte 65 Euro sind
noch laaaange nicht der Zenit ...........
Trotzdem,
Amalfi ist eine wunderschöner, kleiner und romantischer, an grüne Hänge
geschmiegter Ort. Trotz der vielen Touristen verliert er nichts an seinem
Charme.
Aufgrund
der Windverhältnisse ist es uns nicht möglich noch nach Sorrent zu segeln und
so machen wir uns auf den Weg nach Procida. Das ist eine kleine Insel neben
Ischia und unmittelbar vor Neapel gelegen. Wieder liegen wir kostenlos im
Hafen, die Australier bei uns längsseits. Und so lassen wir die Schiffe zurück
und fahren mit der Fähre nach Neapel. Diese Stadt ist sehr groß und lebendig.
Man kann durch elendslange Einkaufsstraßen flanieren und ebenso einen
Spaziergang durch die schöne Altstadt machen. Hier gibt es Kirchen in Hülle und
Fülle. Von hier aus fahren wir auch mit dem Zug, dem Circumvesuviana, nach
Herculaneum. Diese Stadt, am Fuße des Vesuv gelegen, wurde ebenso wie Pompeij
beim großen Vulkanausbruch im Jahre 79 nach Christus, zerstört. Allerdings
wurde diese Stadt nicht vollkommen zerstört, sondern sie wurde durch eine
schlammige Anschwemmung von den Abhängen des Vulkans verschüttet, diese
erstarrte und die erlangte Festigkeit war über Jahrhunderte der beste Schutz
gegen Witterungseinflüsse und heimliche Ausgräber. Die Ausgrabungen begannen
dann erst im Jahre 1709. Es sind noch viele Gebäude vorhanden, teilweise mit
sehr schönen Wandmalereien und Mosaiken am Fußboden. Sehenswert.
Hier im
Golf von Neapel liegen auch die berühmtesten italienischen Inseln. Capri und
Ischia. Beide haben wir besucht und beide sind sehr schön. Auf Capri fährt man
mit einer Seilbahn vom Hafen in den eigentlichen Ort Capri. Hier sind alle
Marken vertreten die Rang und Namen haben: Dolce & Gabbana, Prada, Gucci
....... und das auf einer kleinen Insel, irgendwo im Mittelmeer. Wenn man den
Hafen entlang geht sieht man traumhaft schöne und riesige Motoryachten.
Ischia gibt
sich etwas weniger elitär. Es ist eine ursprünglich vulkanische Insel und aus
diesem Grund gibt es auch einige Thermalquellen, sodaß diese Insel zu einem
Kurort geworden ist. An den Hängen wächst der Wein und die Gärten und
öffentlichen Anlagen quellen fast über vor Blütenpracht. Es ist wunderschön
anzusehn.
Zum
sogenannten „buchtln“ ist folgendes zu
sagen. Wenn man hier in einer Bucht vor Anker liegt ist man bei weitem nicht
allein. Wir sind es gewohnt von Griechenland oder auch von der Türkei, dass,
wenn man sich eine Bucht aussucht, man fast oder sehr oft sogar ganz allein
ist. Anders hier im Golf von Neapel. Wir lagen heute auf Procida vor Anker und
mit uns geschätzte 300!!! Boote. Kleinere und größere , zum Großteil
Motorboote. Man hat den Eindruck als könnte man die Bucht fast trockenen Fußes
überqueren. Außerdem herrscht ein ständiges Kommen und Gehen, sodaß man nie
ruhig liegt sondern immer von den Wellen der aus und einfahrenden Yachten
gebeutelt wird. Und Motorbootfahrer können gar nicht langsam fahren.
Wir segeln
, bzw. motoren, weiter in Richtung
Nordwest denn als nächstes stehen die Pontinischen Inseln am Programm. Dies
sind Überbleibsel von Kraterrändern versunkener Vulkane. Die Insel Ventotene
diente wie Ponza als Exil für unliebsame Zeitgenossen. So verbannte Kaiser
Augustus seine Tochter Julia wegen ihres lockeren Lebenswandels hierher, wo sie
sich weitab vom Klatsch der Großstadt Rom in einer wunderschönen Villa ihren
zahlreichen Liebhabern widmen konnte.
Ponza ist
berühmt für ihre Schönheit. Es ist ein zerklüfteter, langgestreckter Halbmond
und so manche Bucht wird überragt von hohen, weißen Felsen, die das Sonnenlicht
reflektieren. Wir ankern in der Cala Inferno auf 7 m Wassertiefe und unter uns ist klares, blaues Wasser und der
Boden besteht aus feinem , weißen Sand. Aufgrund der Nähe zu Rom ist es
allerdings an Wochenenden und in der Feriensaison ( wir sind mittendrin ) sehr
überlaufen. Das wirkt sich natürlich auf die Preise aus. So bezahlt man hier
für einen Kilo der kleinen Tomaten, welche in Neapel 1 Euro kosteten, ganze 4
Euro. Und dieser Multiplikationsfaktor zieht sich durch alle hier angebotenen
Waren. Gestern zum Beispiel kam ein Boot zu unserem Ankerplatz heraus, dieses
Boot hat schon bei anderen Yachten angehalten sodaß wir uns schon dachten, da
will jetzt einer kassieren, hielt uns ein paar kopierte Zetteln in
italienischer Sprache hin und erzählte uns dass er 7 Euro kassieren will, für
den Müll den wir produzieren. Erst als wir ihm klargemacht hatten, dass wir
jenen Mist auch bei uns an Bord behalten und im nächsten Ort in einen dafür
vorgesehenen Mülleimer werfen, zog er unverrichteter Dinge wieder ab. Zwei Tage
später kamen die nächsten und wollten Steuern kassieren. Da wir aber zuvor
unter uns vereinbart haben, dass wir weder italienisch noch englisch sprechen
können, mussten sie unverrichteter Dinge wieder abziehen.
Eines
Abends gibt es wieder selber gefangene, kleine Fische, die wir in der Bucht
geangelt haben. Zum Essen haben wir noch 7 Fische, 3, die wir bereits an der
Angel hatten sind nach einer „Decksbesichtigung“ wieder im Wasser verschwunden.
Vor dem
„Absprung“ nach Rom besuchen wir noch die kleine, schöne Insel Palmarola und
bei vorhergesagten 5 bft. aus Süd machen wir uns um 04:45 Uhr, vorerst mit
Motor, auf den Weg nach Fiumicino bei Rom.
Den ganzen
Tag hatten wir nicht einmal 5 Knoten Wind (angesagt: 15-20 knt) sodass wir den
ganzen Tag mit Maschine fuhren mussten. Dabei ist uns der Lichtmaschinenregler
kaputt geworden und hat uns die Starterbatterie zum Kochen gebracht.
In
Fiumicino liegen wir im Kanal und „restaurieren“ uns und das Schiff, bis Gregor
und Marie kommen; d.h.: Putzen, Einkaufen, Wäsche waschen, (Lichtmaschine) reparieren..........
Mit Gregor
und auch mit den Freunden, die uns danach für eine Woche besuchen, werden wir
wieder Richtung Süden zu den Pontinischen Inseln segeln. Denn trotz unserer
Schimpftirarden auf die Preise ist es eine wunderschöne Gegend mit herrlich
klarem,blauem und mittlerweile sehr warmem Wasser.
Danach,
Ende Juli, Anfang August sind wir für eine Woche in Österreich um Ines’
Schwester Doris bei ihrer Hochzeit zu feiern.
Der
Kurzurlaub in Österreich war sehr schön und die Hochzeit meiner Schwester war ,
kurz gesagt, ein gelungenes Fest. Jetzt sind wir wieder zurück an Bord der
Independence und mit uns noch zwei Freunde aus Österreich, die eine Woche bei
uns verbringen werden. Gemeinsam segeln wir nach Sardinien. Wir brauchen dazu
ca. 27 Stunden und wenn man die Nachtwache auf drei Schichten aufteilen kann,
ist das für uns schon fast Luxus. Wir ankern nördlich von Sardinien in einer
Bucht im Maddalena Archipel. Hier gibt es unzählige Inseln, manche bewohnt,
doch viele unbewohnt umgeben von Unter- und Überwasserfelsen, sodaß bei der
Navigation Vorsicht geboten ist. Nach einem Ruhetag segeln wir bei sehr gutem
Wind nach Norden. Unser Ziel ist Bonifacio auf der Insel Korsika. Das ist eine
natürliche, tief ins Land einschneidende Bucht und am Ende liegt der
gleichnamige Ort auf einem hohen Felsen. Es ist unglaublich schön .
Am nächsten
Tag segeln wir wieder zurück nach Sardinien und nach einer Nacht in einer
großen, ruhigen Bucht geht`s weiter nach Porto Cervo. Dieser Ort liegt im
Nordosten der Insel und ist das Yachtsportzentrum des „Consortio Costa
Smeralda“. Dieses wurde 1962 unter Federführung von Karim Aga Khan zusammen mit
ein paar anderen Superreichen, die dort ihre Ferienvillen hatten, gegründet. Es
wurden strenge Auflagen für die touristische Erschließung festgelegt, damit die
Bebauung in geschmackvoller, harmonisch in die Landschaft einfügender Weise
erfolgt. Die Costa Smeralda wurde, wie von den Initiatoren gewünscht, zum
Spielplatz der Superreichen. Millionäre und solche die dafür gehalten werden
wollen, zeigen ihre neuen Luxusyachten vor und Ende August, wenn der ganze
Jetset wieder abzieht, bleibt der Ort ruhig und verlassen zurück.
Wir müssen
da natürlich hin und ankern, wie viele andere „Paparazzi“ vor dem Hafen und es
ist einfach unglaublich was man da zu sehen bekommt. Es ist ein einzigartiges
Schauspiel, das einem hier geboten wird. Eine Yacht lag hier am Kai, so groß
wie eine kleinere Fähre, mit einem Hubschrauber am Oberdeck.
Uns zieht
es weiter die Küste entlang Richtung Olbia wo uns dann auch unsere Freunde mit
einer Fähre in Richtung Rom verlassen.
Olbia ist
eine schöne, quirlig lebendige Stadt. Und das Feuerwerk, welches sie am 15.
August Mitternacht abgefeuern ist wunderschön, farbenprächtig und laut. Hier
verbringen wir insgesamt fast eine Woche Zeit. Nur leider ist es hier ein
Problem, Wasser zu bekommen. Und unsere Wasserreserven sind schon ordentlich
zusammen geschrumpft. Man liegt hier an einem öffentlichen Kai, dieser hat
leider keine Wasserversorgung. Gleich nebenan gäbe es auch eine Marina,
allerdings sind hier alle Plätze belegt – wieder kein Wasser. Wir gekommen die
Telefonnummer eines Unternehmens, welches mit LKW`s Wasser liefert. Allerdings
haben die eine Kapazität von 6000 Litern, und wir benötigen grad mal 400 Liter
– auch wieder nix. Wir beobachten dann allerdings wie die Küstenwache ihr
Schiff betankt und wäscht und dies von einem kleinen Tankwagen aus. Also nichts
wie hin und fragen. „Naja, dies ist eigentlich ein Tankwagen der extra für uns
abgestellt wurde und damit wird leider kein Service angeboten, aber ich werde
mal den Kommandanten fragen, und wenn etwas übrig bleibt, kommen wir zu
euch“. Na das ist ja mal eine äußerst
freundliche Mitteilung. Am späten Nachmittag dann, wir haben schon gar nicht
mehr dran geglaubt, kommt doch tatsächlich der kleine Tankwagen zu uns und das
„restliche“ Wasser war noch genug um unsere Tanks zu füllen und das Schiff
abzuspritzen. Da dies alles mit einem Feuerwehrschlauch passiert, sind die
Tanks im Nu voll und mit Hochdruck ist das Schiff gleich mal blitzeblank.
Nach ein
paar Tagen verlassen wir Olbia wieder und machen uns auf den Weg in Richtung
Süden. Die Ostküste ist nicht besonders sehenswert und es gibt auch fast keine
geschützten Häfen hier sodaß wir nach einem kurzen Stopp in Arbatax gleich
weiter nach Cagliari segeln. Diese Stadt gefällt uns sehr gut. Es gibt zwar
keine typische Altstadt mit Monumenten und Sehenswürdigkeiten, aber trotzdem
hat Cagliari einen gewissen Flair und pulsierendes Leben.
Wir warten
hier auch auf günstigen Wind um weiter nach Sizilien segeln zu können.
Allerdings hat es eines morgens vielversprechend begonnen, und wir hatten eine
starke Brise aus West, doch die hat es sich schon nach einer Stunde wieder
anders überlegt und wir sind fast den ganzen Rest des Weges bis zu den
Ägadischen Inseln, westlich von Sizilien, motort.
Wie
unschwer zu erkennen ist, haben wir unsere Pläne geändert. Wir werden nicht
weiter nach Westen gehen sondern segeln jetzt wieder zurück nach Osten über
Sizilien, Italiens Stiefelsohle, die Ionischen Inseln wie z. B. Korfu und dann
an den Peloponnes. Hier werden wir in der Kalamata Marina unsere Independence
überwintern lassen. Nik und ich werden diesen Winter viel Zeit in Österreich
verbringen.
Das heißt,
die meisten Gegenden, in die wir jetzt noch kommen werden, haben wir in
vorangegangenen Sailinfos schon beschrieben. Wir werden uns nochmals melden,
wenn wir unser Ziel in Griechenland erreicht haben.
Der
Kurzurlaub in Österreich war sehr schön und die Hochzeit meiner Schwester war ,
kurz gesagt, ein gelungenes Fest. Jetzt sind wir wieder zurück an Bord der
Independence und mit uns noch zwei Freunde aus Österreich, die eine Woche bei
uns verbringen werden. Gemeinsam segeln wir nach Sardinien. Wir brauchen dazu
ca. 27 Stunden und wenn man die Nachtwache auf drei Schichten aufteilen kann,
ist das für uns schon fast Luxus. Wir ankern nördlich von Sardinien in einer
Bucht im Maddalena Archipel. Hier gibt es unzählige Inseln, manche bewohnt,
doch viele unbewohnt umgeben von Unter- und Überwasserfelsen, sodaß bei der
Navigation Vorsicht geboten ist. Nach einem Ruhetag segeln wir bei sehr gutem
Wind nach Norden. Unser Ziel ist Bonifacio auf der Insel Korsika. Das ist eine
natürliche, tief ins Land einschneidende Bucht und am Ende liegt der
gleichnamige Ort auf einem hohen Felsen. Es ist unglaublich schön .
Am nächsten
Tag segeln wir wieder zurück nach Sardinien und nach einer Nacht in einer
großen, ruhigen Bucht geht`s weiter nach Porto Cervo. Dieser Ort liegt im
Nordosten der Insel und ist das Yachtsportzentrum des „Consortio Costa
Smeralda“. Dieses wurde 1962 unter Federführung von Karim Aga Khan zusammen mit
ein paar anderen Superreichen, die dort ihre Ferienvillen hatten, gegründet. Es
wurden strenge Auflagen für die touristische Erschließung festgelegt, damit die
Bebauung in geschmackvoller, harmonisch in die Landschaft einfügender Weise
erfolgt. Die Costa Smeralda wurde, wie von den Initiatoren gewünscht, zum
Spielplatz der Superreichen. Millionäre und solche die dafür gehalten werden
wollen, zeigen ihre neuen Luxusyachten vor und Ende August, wenn der ganze
Jetset wieder abzieht, bleibt der Ort ruhig und verlassen zurück.
Wir müssen
da natürlich hin und ankern, wie viele andere „Paparazzi“ vor dem Hafen und es
ist einfach unglaublich was man da zu sehen bekommt. Es ist ein einzigartiges
Schauspiel, das einem hier geboten wird. Eine Yacht lag hier am Kai, so groß
wie eine kleinere Fähre, mit einem Hubschrauber am Oberdeck.
Uns zieht
es weiter die Küste entlang Richtung Olbia wo uns dann auch unsere Freunde mit
einer Fähre in Richtung Rom verlassen.
Olbia ist
eine schöne, quirlig lebendige Stadt. Und das Feuerwerk, welches sie am 15.
August Mitternacht abgefeuern ist wunderschön, farbenprächtig und laut. Hier
verbringen wir insgesamt fast eine Woche Zeit. Nur leider ist es hier ein
Problem, Wasser zu bekommen. Und unsere Wasserreserven sind schon ordentlich
zusammen geschrumpft. Man liegt hier an einem öffentlichen Kai, dieser hat
leider keine Wasserversorgung. Gleich nebenan gäbe es auch eine Marina,
allerdings sind hier alle Plätze belegt – wieder kein Wasser. Wir gekommen die
Telefonnummer eines Unternehmens, welches mit LKW`s Wasser liefert. Allerdings
haben die eine Kapazität von 6000 Litern, und wir benötigen grad mal 400 Liter
– auch wieder nix. Wir beobachten dann allerdings wie die Küstenwache ihr
Schiff betankt und wäscht und dies von einem kleinen Tankwagen aus. Also nichts
wie hin und fragen. „Naja, dies ist eigentlich ein Tankwagen der extra für uns
abgestellt wurde und damit wird leider kein Service angeboten, aber ich werde
mal den Kommandanten fragen, und wenn etwas übrig bleibt, kommen wir zu
euch“. Na das ist ja mal eine äußerst
freundliche Mitteilung. Am späten Nachmittag dann, wir haben schon gar nicht
mehr dran geglaubt, kommt doch tatsächlich der kleine Tankwagen zu uns und das
„restliche“ Wasser war noch genug um unsere Tanks zu füllen und das Schiff
abzuspritzen. Da dies alles mit einem Feuerwehrschlauch passiert, sind die
Tanks im Nu voll und mit Hochdruck ist das Schiff gleich mal blitzeblank.
Nach ein
paar Tagen verlassen wir Olbia wieder und machen uns auf den Weg in Richtung
Süden. Die Ostküste ist nicht besonders sehenswert und es gibt auch fast keine
geschützten Häfen hier sodaß wir nach einem kurzen Stopp in Arbatax gleich
weiter nach Cagliari segeln. Diese Stadt gefällt uns sehr gut. Es gibt zwar
keine typische Altstadt mit Monumenten und Sehenswürdigkeiten, aber trotzdem
hat Cagliari einen gewissen Flair und pulsierendes Leben.
Wir warten
hier auch auf günstigen Wind um weiter nach Sizilien segeln zu können.
Allerdings hat es eines morgens vielversprechend begonnen, und wir hatten eine
starke Brise aus West, doch die hat es sich schon nach einer Stunde wieder
anders überlegt und wir sind fast den ganzen Rest des Weges bis zu den
Ägadischen Inseln, westlich von Sizilien, motort.
Wie
unschwer zu erkennen ist, haben wir unsere Pläne geändert. Wir werden nicht
weiter nach Westen gehen sondern segeln jetzt wieder zurück nach Osten über
Sizilien, Italiens Stiefelsohle, die Ionischen Inseln wie z. B. Korfu und dann
an den Peloponnes. Hier werden wir in der Kalamata Marina unsere Independence
überwintern lassen. Nik und ich werden diesen Winter viel Zeit in Österreich
verbringen.
Das heißt,
die meisten Gegenden, in die wir jetzt noch kommen werden, haben wir in
vorangegangenen Sailinfos schon beschrieben. Wir werden uns nochmals melden,
wenn wir unser Ziel in Griechenland erreicht haben.
Auf den
Ägadischen Inseln verbringen wir die erste Nacht nach unserer Überfahrt von
Sardinien. Wir wollen eigentlich am nächsten Tag die Insel Favignana besuchen,
doch leider ist der Hafen überfüllt und es ist kein freies Plätzchen zu
kriegen. Wind aus nördlichen Richtungen erlaubt es auch nicht vor dem Hafen zu
ankern also geht es weiter, unter Segel wohlgemerkt, nach Capo San Vito. Hier
bleiben wir wieder ein paar Tage und dann geht es weiter über Sferracavallo,
Cefalù und Milazzo an der Nordküste Siziliens, dann durch die Straße von
Messina mit sehr gutem Wind nach Bova Marina und nach Rocella Ionica. Eine
unfertige Marina in der sowohl die Stege gut und benützbar sind und auch Wasser
vorhanden ist. Und das ganze noch dazu gratis. Die Region Kalabrien ist eine
recht arme Gegend. Allerdings sind die Menschen wieder mal sehr freundlich.
Eines Tages spaziere ich an den Fischerbooten vorbei, winkt mich gleich einer
zu sich und schenkt mir etliche Sardinen. An Bord kommt auch , wegen
stadistischen Erhebungen, ein Beamter der Guardia Finanza. Er erzählt uns, dass
die meisten Menschen hier in der Region entweder Fischer sind oder bei der
Eisenbahn arbeiten oder Beamte sind wie er ( Polizei, Küstenwache,
Finanzbehörde...)
Die Strände
hier sind kilometerlange Sandstrände und vereinzelt sehen wir auch Menschen
drauf. Angeblich soll das im Juli und August anders sein, aber außerhalb der
Hauptsaison herrscht hier Ruhe und Einsamkeit. Wir warten hier in Rocella
Ionica auf guten westlichen Wind um nach Griechenland rüber zu segeln. Wir
haben schon die längste Zeit starken Nordost und dementsprechend sind auch die
Wellen. Als aber eines Tages der Wetterbericht Nordwest Wind vorhersagt, laufen
wir morgens um 6 Uhr aus Richtung
Osten. Die Wellen sind ziemlich ungemütlich, das Frühstück unterwegs wird fast
zur Zirkusnummer. Wir überlegen , ob es nicht besser wäre umzukehren. Plötzlich
kommt eine Böe und läßt uns ziemlich in den Wind schießen und danach bemerkt
Nik, dass die Schlaufen , welche das Vorsegel unten befestigen und daran
hindern nach oben zu rutschen, gerissen sind. Wir haben unser altes Vorsegel
als Ersatz dabei aber aufgrund des recht starken, mittlerweile schon wieder auf
Nordost drehenden Windes, und der hohen Wellen entscheiden wir uns gegen ein
Segelwechseln auf See sondern machen kehrt und laufen wieder Richtung Rocella
Ionica. Hat nicht sollen sein, wer weiß, wofür das gut war. Im Hafen haben wir
dann Zeit das Vorsegel zu wechseln und außerdem schläft hier der Wind komplett
ein. Also wir warten wieder mal auf Wind, packen unsere Fahrräder aus und
radeln eben durch die Gegen. Im Hafen sind mittlerweile Südafrikaner, die
Sunrise Star mit Susan, Basil und Mike angekommen. Das ist für mich wieder mal
eine Supergelegenheit mit denen über RSA zu plaudern. Sie geben uns auch ihre
Adresse, falls wir mal in der Gegend sind, dass wir uns melden.
So, dann
ist es soweit, nach längerer windstiller Zeit, ist Wind aus westlicher Richtung
angesagt. Wir machen alles bereit und ab geht es via Crotone , wohin wir schön
segeln können, nach Osten. Aber das leider alles unter Motor. Naja, die
Windprognosen haben meistens nicht gestimmt. Also sind wir die ganze Zeit
motort aber dafür wahren wir schon um 0845 bzw. 0945 Ortszeit in Lakka, Paxos,
GRIECHENLAND.
Wir
verbringen einige Tage in Lakka um zu schwimmen, faulenzen oder in der Sonne zu
liegen. Unsere weitere Route führt uns dann weiter nach Gaios/Paxos, Preveza,
Lefkas, Sivota, Vathi/Ithaka, Poros/Keffallonia, Zakynthos, Katakolon und
wunderschöner Segelwind bringt uns nach Methoni am Peloponnes. Hier haben wir
noch eine große Goldmakrele an der Angel. Leider ist diese jedoch im letzten
Moment noch abgezischt. Diesmal haben wir leider kein Anglerglück. Nach kurzer
Pause in Methoni machen wir uns auf den Weg nach Koroni. Wir haben traumhaften,
achterlichen Segelwind doch als wir Kurs Richtung Norden einschlagen, hört der
Wind auf. Also motoren wir das kurze Stück nach Koroni weiter und springen
nochmal in die Fluten. Nach kurzer Zeit allerdings kommt wieder ordentlich Wind
auf und der ist erstens schlecht für unseren Ankerplatz und zweitens gut für eine
Weiterfahrt nach Kalamata. Und so setzen wir Segel und haben noch einen
wunderschönen Segeltag als Abschluß für diese Saison. Wir machen bis zu 7
Knoten Fahrt und rauschen auf die Marina, welche unser Winterliegeplatz für
dieses Jahr sein soll, zu.
Nach 2
Tagen in Hafen melden wir uns in der Marina an und bekommen unseren Liegeplatz.
Jetzt wird die Independence geputzt, die Segel gewaschen, Schlauchboot und
Leinen gewaschen und eingewintert. Ebenso unsere ganze Wäsche denn der letzte
Waschsalon war in Cagliari, da kommt schon einiges zusammen.
Jetzt
werden noch die Taschen und Rucksäcke gepackt und dann geht es ab mit dem Zug
nach Patras und von dort mit der Fähre nach Triest. Unsere Independence wird
aus dem Wasser gehoben und bekommt über den Winter einen Landliegeplatz.
Resümee:
Wir sind
jetzt nach 3700 Seemeilen in der Marina Kalamata am Peloponnes angekommen.
Wir waren
heuer 180 Tage unterwegs. Anfang April ging es von der Marina Kemer in der
Türkei erstmal nach Zypern. Dann ging es über die Südküste der Türkei durch
Griechenland, vom Peloponnes in einer 3 Tage und 3 Nächte dauernden
Überfahrt nach Sizilien. Weiter ging es
nach Malta, wieder zurück nach Sizilien, die Äolischen Inseln, die italienische
Westküste hinauf bis Rom. Dann gabs einen Kurzbesuch in Österreich. Als wir
wieder zurückkamen segelten wir nach Sardinien, machten einen Abstecher nach
Korsika um dann an der sardischen Ostküste entlang nach Süden bis Cagliari.
Dann ging es an der Nordküste Siziliens entlang nach Osten. Durch die Straße
von Messina und entlang der italienischen Stiefelsohle zog es uns wieder nach
Griechenland. Paxos, Preveza, Levkas, Kefallonia, Ithaka, Zakynthos und
schlußendlich der Peloponnes.
Hier in
der Marina beginnen nun die Einwinterungsarbeiten. Wir werden die Independence
dieses mal an Land überwintern lassen und wir beide fahren Mitte Oktober in die
Steiermark und genießen mal wieder den österreichischen Winter.