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Nach einer langen,
langen Winterpause machen wir uns mit dem Auto wieder auf den Weg in Richtung
Süden. Wir fahren ab Venedig mit der Fähre nach Patras und von hier weiter über
Land nach Kalamata. Die Fähre verlässt um 12 Uhr mittags Venedig und erreicht
das Ziel am nächsten Abend, mit 2 Stunden Verspätung, um 23 Uhr. Schließlich,
mit einer unbeabsichtigten Stadtrunde in Pirgos, erreichen wir um 2 Uhr morgens
Kalamata und nach einer halbstündigen Suche nach einer Leiter, auch die Independence.
Im Boot herrscht ein Riesendurcheinander, genauso wie wir es im Herbst
verlassen haben. Doch um diese Uhrzeit steht uns der Sinn nicht nach Ordnung
schaffen, sondern wir verräumen was notwendig ist, um unser Bett zu finden, und
ab geht`s in die Heia. Nach einer relativ kurzen Nacht am Boden der Fähre und
einer langen Anreise, schlafen wir auch sofort ein.
Die nächsten Tage
vergehen mit Arbeit. Leider ist das Wetter noch nicht so rosig, wie wir uns das
gewünscht hätten. Es regnet immer wieder und auch der Wind ist saukalt. Aber
trotzdem sind wir guter Dinge und arbeiten recht brav den ganzen Tag lang, und
Gott sei Dank haben wir ja einen guten Ofen an Bord, sodass es abends trotz der
Baustellen – Verhältnisse , immer recht gemütlich beim Fernsehen ist. Das mit
dem Essen ist hier an Land so eine Sache, entweder es gibt Obst, Salat oder
Gemüsesuppe oder wir gehen auswärts essen. Denn es ist recht umständlich ohne
Wasser zu leben.
Die Arbeit geht recht
zügig voran und wir haben mittlerweile auch unsere Nachbarn kennengelernt. Ein
italienisches Pärchen. Mara, 29 und Stefano 48 die beiden kommen aus der Nähe
von Nogara am Lago Maggiore.
Heute steht ein
Ausflug auf dem Programm. Die Arbeit wird kurzer Hand hintangestellt und wir fahren
mit Mara und Stefano nach Mistras. Laut Landkarte scheint es eine recht kurze
Fahrt von ca. 1/2 Stunde zu werden, doch wir haben die gebirgige Gegend außer
Acht gelassen. Mir wird auf der Fahrt richtig schlecht von den vielen Kurven
und letztendlich sind wir 1 ¼ Stunden unterwegs mit dem Resultat, dass dort
geschlossen ist. Es schaut zwar auch von der Ferne sehr schön aus, aber
trotzdem ist es schade, dass wir den weiten Weg umsonst gemacht haben. So
besuchen wir die nächste Taverne und haben auch dort noch eine nette Zeit mit
den beiden.
Ja, und mit unserer
Arbeit kommen wir gut voran und so können wir schon am Dienstag wieder ins
Wasser zurück. Es ist ein herrliches Gefühl das Independence wieder schwimmt.
Wir schlafen wie die Murmeltiere.
In den nächsten Tagen
bessert sich das Wetter und wir putzen, polieren, waschen, räumen, montieren,
verstauen.... Es ist einfach immer was zu tun.
Trotzdem nutzen wir
unser Auto auch dazu um Ausflüge zu machen. Einen Tag fahren wir nach Messini.
Dort gibt es Ausgrabungen und viele antike Steine. Das Wetter ist super, auch
wenn der Wind noch sehr frisch ist. Doch wir sind schon froh, dass dort nicht
geschlossen ist. Es sind wenige Touristen nur unterwegs und so verbringen wir
knapp 11/2 Stunden bei den Ausgrabungen. Na und so geht es weiter, ein bissl
arbeiten und wieder steht der nächste Ausflug ins Haus (Boot). Am Donnerstag,
den 28. April fahren wir nach Norden um das antike Mykene zu besichtigen. Es
ist wieder ein weiter Weg dorthin, denn hier am Peloponnes gibt es sehr hohe
Berge, und da muss man mangels Tunnels, drüber. Aber die Gegend ist
wunderschön, das Wetter auch, und so fahren wir halt dahin. In Mykene sind
schon viele Touristenbusse unterwegs und diese Ausgrabungen aus der Zeit 3000 –
2000 vor Christus sind sehr schön erhalten. Wir machen auch noch ein Geschäft
dort, denn unsere Eintrittskarten wurden nicht abgerissen und können diese nach
Verlassen des Geländes noch an ein deutsches (schwäbisches) Paar verkaufen.
Also bleiben für uns statt 16 Euro nur 6 Euro Eintrittsgebühr. Danach machen
wir noch einen Abstecher in die Hafenstadt Naufplia und dann noch weiter zu den
Ruinen von Epidaurus.
Am nächsten Tag
machen wir mit der Arbeit an Bord
weiter. Wir stellen fest, dass unser Fäkaltank schon zum Bersten voll ist und
der Inhalt schon durch das Entlüftungsventil rausgedrückt wird. Wir probieren
rum und kommen zu dem Schluss, dass das Ventil geschlossen ist, obwohl der
Hebel offen ist. Jetzt pumpen wir erst mal mit einem Schlauch den Tank leer (
so glauben wir) und dann schließt Nik den Abwasserschlauch an ein anderes
Ventil an. Doch das sagt sich leichter, denn der Schlauch steckt fest und so
muß ein Messer her. Und da passierts. Der Fäkaltank war noch nicht leer und die
ganzen bereitgestellten Schüsseln und Fetzen helfen nichts denn die Pisse
drückts gleich so raus......................... Alles voll, die ganze
(frischgeputzte) Bilge steht unter Pisse..... es stinkt ....... Nik ist voll
...... er stinkt nicht weniger. Und so verbringen wir den Tag damit das wieder
zu reparieren, die Bilge auszudunken, ich habe drei volle Kübel davon
rausgelehrt, zu putzen und natürlich auch sämtlichen Inhalt, Bierdosen,
Wasserflaschen, Weinflaschen, Marmeladegläser, zu waschen, abzutrocknen und
wieder in die Bilge zurückzugeben. Ein ganzer Tag Arbeit, Gestank, und am Abend
sieht es genauso aus wie vorher, als ob man den ganzen Tag über gar nichts
gemacht hätte. Na super. Aber jetzt funktioniert endlich unser WC. Wir lernen
daraus, dass wir, wenn wir an Land sind, auch nach der Winterpause die Ventile
prüfen müssen.
Mittlerweile gibt es
hier in Kalamata schon Vorbereitungen für das orthodoxe Osterfest. Am Freitag
abend ( eine Woche vor Karfreitag) gehen wir mit den Italienern und deren
griechischen Freunden in die Kirche. Da gibt es ein Konzert von drei
verschiedenen Chören. Darunter auch ein byzanthinischer Männerchor. Der ist
echt heavy. Aber dann sind noch zwei gemischte Chöre dran und die waren echt
gut. Danach ließen wir den Abend in einer Taverne gemütlich ausklingen. Ostern
wird hier in Griechenland gefeiert wie bei uns Silvester. Freitag abend gibt es
eine laaaaange Prozession durch die Stadt und danach werden aufgehängte
Strohpuppen, die den Judas verkörpern sollen, angezündet und verbrannt. Am
Samstag abend ist ebenfalls wieder Kirche, da wird die Auferstehung gefeiert ,
und danach, Mitternacht, gibt es Feuerwerk. Und den ganzen Sonntag und Montag
wird gegessen!!!! Überall riecht es nach gegrilltem Lamm, allerdings aus
Privatgärten, denn die Restaurants und Geschäfte bleiben geschlossen.
Wir haben hier in
Kalamate nette Leute kennengelernt.
Mara und Stefano –
Abukina
Jo Ann und Gregg –
Hawkeye
Rita und Andi -
Rippaway , die beiden haben sich am Peloponnes Land gekauft und planen auch es
zu bebauen
Alan – Rapaz
Für uns geht es am
Montag, den 2. Mai aber schon mit der
Reise los. Leinen los, das Wetter ist wunderschön, unser Ziel heißt Methoni.
Erst müssen wir motoren, aber dann in der Nähe des Kaps geht es schon los. Wir
haben NW Wind um die 30 Knoten und wir kreuzen. Aber dann ist`s genug und die
letzten 6 Meilen fahren wir mit dem Motor weiter. Methoni kennen wir ja schon
recht gut und wir gehen Kaffee trinken, wandern und ich fang sogar wieder mit
dem Laufen an. Mal sehen, wie lange der Eifer anhält.
Anker auf in Methoni.
Nik macht wieder mal Frühschicht und lichtet schon um kurz vor sechs den Anker.
Ich schlafe mich noch aus und kraxle erst um sieben aus der Koje. Schön. Laut
Wetterbericht sollten wir einen schönen SW Wind haben doch der lässt auf sich
warten und so motoren wir die ersten 50 Meilen und die letzten 20 schaffen wir
dann doch noch unter Segel. Wir laufen Keri, eine Bucht im Süden von Zakynthos
an und verbringen hier eine ruhige Nacht. Am nächsten Morgen jedoch hat der
Wind gedreht und die Welle steht direkt in die Bucht herein und wird auch immer
größer. Dies bringt uns dazu, nach Zakynthos Stadt zu flüchten. Dort legen wir
neben einem großen griechischen Holzsegler mit Giorgio, Grieche und Katarina,
Holländerin, an. Die beiden sind sehr nett und wir schließen auch gleich
Freundschaft mit ihnen. Sie laden uns zu sich an Bord zu griechischem Wein ein
und Giorgio lässt es sich nicht nehmen für uns auch noch zu kochen. So
verbringen wir 6 schöne Tage in dieser Stadt , nicht zuletzt, weil das Wetter
schlecht und der Wind sehr stark ist, und von unseren Nachbarn werden wir auch
noch mit Wasser versorgt. Vollgetankt geht es dann eines morgens doch weiter in
Richtung Keffallonia und statt wie geplant nach Argostoli zu segeln, trägt uns
der Wind wieder mal nach Poros. Den Hafen kennen wir schon recht gut. Nach uns
kommt noch ein schwedisches Boot in den Hafen. Patrik und Anncharlotte mit
ihren Kindern Henrik (6) und David (2) und als Besuch noch Patriks Schwester,
Schwager und 2 Kinder . Und die alle auf einer 37er Jeanneau!!!!! Wir treffen
sie dann auch am nächsten Abend wieder in Evfimia, ein sehr griechischer,
idyllischer Hafen. Nur meine Lauferfahrung dort ist, man muß schon eine Ziege
sein, um hier abseits der Hauptstrassen zu laufen.
Von hier weg motoren
wir die Ostküste Richtung Norden und schauen uns ein paar Badebuchten an. Denn
mittlerweile ist es ganz ordentlich warm geworden und auch das Wasser sieht
schon recht einladend aus. Allerdings sind die Bucht sehr tief und so richtig
gefällt es uns eigentlich nirgends und wir fahren bis Phiskardo. Nachdem starke
Windböen in die Bucht fallen, legen wir mit dem Heck am Schwimmsteg an und
bleiben hier 2 Tage liegen. Wieder eine Gelegenheit um zu laufen, diesmal bin
ich eine gute Stunde unterwegs, danach brauche ich aber eine kalte Dusche um
meinen Kopf abzukühlen. Am dritten Tag
verlegen wir uns auf die andere Seite der Bucht und ankern und verbringen einen
faulen Bade- und Sonn- tag. Bei einem Spaziergang am späten Nachmittag durch
Phiskardo stossen wir wiedermal auf die Schweden und werden bei ihnen an Bord
zu einem Drink eingeladen. Wir tauschen noch unsere email Adressen und
Telefonnummern aus und wir nützen den nächsten Tag mit Südwind, zumindest laut
Wetterbericht, um weiter nach Lefkas zu kommen. Wir segeln zwar den meisten
Teil der Strecke, allerdings ist es eher ein laues Lüfterl so dass wir zuweilen
mit 1 Kn „dahinrasen“. Unser Ziel heute ist Nidri und die große Vlychon Bucht.
Wir werfen Anker gleich am Beginn in der Tranquil Bay. Mit dem Willi geht es
rüber in die Stadt Nidri wo wir einige Dinge einkaufen. Gleich beim ersten
Yacht Chandler werden wir fündig und kaufen für unsere Toilette ein neues
Seeventil und einige andere Dinge. Am nächsten Tag wird noch eingekauft, und im
Athos Hotel Wäsche gewaschen und nach einem Besuch im Internet Cafe fahren wir
ein paar Seemeilen weiter nach Meganision. Hier empfängt uns , nicht wie in der
Vlychon Bucht, glasklares Wasser und herrliche Gegend ( es gibt auch eine 50
minütige Laufstrecke ). Für die nächste Zeit ist sowieso wieder starker
Nordwind angesagt und so werden wir die nächsten paar Tage hier verbringen.
Mein Tausendsassa Nik wechselt hier auch unser defektes WC Ventil aus – im
Wasser!!!! Er klopft von außen einen Holzstopfen rein und arbeitet dann im
Kästchen und nichts wird nass. Super. Als wir dann noch einen neuen Schlauch
kaufen, montiert er diesen und das 3-Wege Ventil und unser WC funktioniert
wieder einwandfrei.
Neben uns ankert noch
ein österreichisches Segelboot. Leo und Lee mit der Coconut. Er ist Tiroler und
sie ist Schottin, aber schon ewig in Österreich. Wir verbringen so manch netten
Abend mit den beiden und als wir sie ein paar Tage in Ormos Syvota
wiedertreffen, laden wir sie zu uns an Bord zum Abendessen ein. Es gibt wieder
mal Lasagne. Wir verbringen jetzt viel Zeit in der Gegend um Lefkas und
Meganision und machen auch einen kurzen Abstecher zur Insel Kastos. Vom
Tourismus weitgehend unberührt, gibt es hier auch keine Autos. Wir reden mit
einem Urlauber, der eigentlich von dieser Insel stammt aber in Athen lebt, und
der erzählt uns, dass die Menschen die hier leben ( im Sommer ca. 400 im Winter
ca. 25) zwischen 65 und 90 Jahren alt sind.
Das Segeln nach und
von Kastos ist wunderschön . Wir haben recht starken Wind und wir genießen das
Feeling.
Heute um 0410
österreichischer Zeit ist mein zweiter Neffe, Mathias, geboren worden. Er ist
3,40 kg schwer und 52 cm lang. Doris hat heute morgen angerufen und uns aus den
Federn geholt. Beiden geht es gut und der Kleine hatte es ziemlich eilig.
Daraufhin hab ich gleich eine Flasche Krim Sekt eingekühlt. Als wir dann vom
Brotkaufen in Vathi zurückkommen, ist er richtig temperiert und es gibt ein
Sektfrühstück.
Wir fahren nochmals
nach Nidri und durch den Besitzer des Internetcafes kommen wir zur
Telefonnummer von Fritz, einem Österreicher, welcher hier in einer Bootswerft
arbeitet und auf seinem kleinen abgef......... Boot wohnt. Hier hätten wir eine
Möglichkeit unsere Independence den Sommer über unter Aufsicht und doch sehr
günstig im Wasser zu lassen. Das werden wir wahrscheinlich machen und jetzt
müssen wir nur noch unser Auto aus Kalamata abholen.
Unsere Reise führt uns
weiter über Lefkas Stadt, wo wir ein paar Tage verbringen nach Preveza. Es sind
zwar nur ein paar Meilen aber trotzdem ein wunderschönes Segeln. Als wir schon
im Hafenbecken von Preveza unter Motor die Mole ansteuern, hören wir hinter uns
Rufe. Ein Franzose braucht Hilfe da sein Motor streikt. Wir nehmen in
kurzerhand längsseits und legen quasi im Päckchen mit Anker und Heck zur Mole
an. Nachdem wir ein recht auffälliges Gespann sind, warten auch schon genug
Leute an Land um unsere Leinen zu übernehmen und es hat wieder mal sehr gut
geklappt. Preveza liegt am Eingang des Ambrakischen Golfs und wir fahren weiter
hinein bis nach Vonitsa. Die Hafenanlage ist ganz gut nur bei Nordwind wollen
wir hier nicht liegen. Es ist ein sehr verschlafenes Nest und selbst am Abend
ist es hier ziemlich ruhig. Trotzdem gefällt es uns recht gut und wir bleiben
einen Tag länger, an dem Nik unser Teak im Cockpit streicht.
Nach einem kurzen
Zwischenstopp wieder mal in Preveza geht es für uns weiter in den Norden. Wir
ankern in der Bucht Lakka auf Paxos und wir sind immer wieder begeistert, wie
wunderschön es hier ist. Allerdings sind laut Wetterbericht für die nächsten
Tage starke nördliche Winde angesagt und das wäre in dieser Bucht nicht
angenehm und so segeln wir ein paar Meilen südwärts nach Gaios, der
Inselhauptstadt. Hier liegt man sehr geschützt, wenn einem nicht grad die
Nachbarn den Anker raufholen. Besagter Nachbar, ein Belgier, hat festgestellt,
dass sein Anker nicht hält und so legt er ab um diesen neu zu setzen. Doch bei
dieser Aktion bearbeitet er aufs Heftigste auch unsere Ankerkette, doch unser
Anker sitzt felsenfest, Gott sei Dank. Denn kaum ist der Nachbar wieder
vertäut, kommt auf der anderen Seite ein Holländer an. Auch sein Anker hält
nicht gut ( obwohl er einen 6 kg !!!!Aluanker verwendet, so was aber auch )
denn die Wind böen sind sehr stark und kommen von der Seite auf uns zu. Nik
hilft ihm dann noch eine Leine an eine vorhandene Muring anzuknüpfen und damit
ist wieder Friede in unserem „Viertel“ hergestellt.
Neuerdings gibt es
hier auch einen kleinen Airterminal. Ein Wasserflugzeug verbindet Paxos mit
Korfu zweimal täglich. Es ist immer recht spektakulär wenn das kleine Flugzeug
direkt in der Hafeneinfahrt landet oder startet. Allerdings ist vorher immer
ein kleines „Follow me“ Boot unterwegs um die ein- und auslaufenden
Segelyachten aufzuhalten bzw. die Einfahrt freizuhalten.
Nach ein paar Tagen
hier in Gaios hat sich der Wind normalisiert und wir segeln weiter nach
Mourtos. Hier hat sich in den letzten Jahren doch einiges geändert. Der
Schwimmsteg wurde weggerissen und es ist eine sogenannte neue Marina
entstanden. Allerdings ist dem Betreiber das Geld ausgegangen und somit wird
auch diese zu einer typisch griechischen, sprich nie fertiggestellten, Marina
werden. Gut für uns denn wir liegen hier wieder mal gratis. Die nächsten Tage
verbringen wir segelnd, faulenzend oder schwimmend zwischen Mourtos, Plataria
und Lakka. Dann am 18. Juni bekommen wir Besuch für eine Woche von Ute und
Michi aus dem Burgenland. Wir kennen die beiden noch nicht, es gab erst
telefonische und email Kontakte und so sind wir recht neugierig, wie diese
Woche verlaufen wird. Aber die beiden sind ja in der selben Situation und
sicherlich auch schon gespannt darauf, was sie erwartet. Doch wir finden die beiden
von Anfang an sympathisch und die ganze Woche wird sehr angenehm. Leider spielt
der Wind nicht so ganz mit und wir müssen recht viel motoren. Aber da bleibt
wenigstens Zeit um so manche Manöver zu üben. Abends wird es immer sehr spät.
Nik und ich sind das gar nicht mehr gewöhnt erst um 2 Uhr morgens schlafen zu
gehen, und dann noch nach einigen Glaserln Wein und „Kompostierer“ ( jaja, die
Burgenländer haben halt hausbackene Ausdrücke hihi). In Lakka treffen wir Hans
mit seiner Crew aus Kapfenberg. Erst essen wir gemeinsam zu Abend und danach
sind wir noch bei ihnen an Bord zu einem ( oder waren es mehr?) Flascherl
Rotwein eingeladen. Ebenso verbringen wir auch einen sehr netten Abend an Bord
mit Leo und Lea, den beiden Tirolern von der Coconut, welche wir schon früher
auf Meganision kennengelernt haben. Sie kommen auf einen Sundowner zu uns und
wir sitzen bei Tiroler Volksmusik und gutem Rotwein aus der Steiermark, dem
Burgenland, Chile und Australien beisammen. Zur Stärkung gibt’s dazu
Knoblauchspaghetti für alle. Und Witze bis zum Abwinken........... und
wiedermal leiden wir am nächsten Tag an Schlafmangel. Lustig war`s. Doch eine
Woche ist halt nicht sehr lang und so heißt`s wieder auf nach Korfu der Flieger
für Ute und Michi geht am 25. Juni um 10 Uhr morgens.
Jetzt sind wir wieder
alleine und machen uns auf den Weg Richtung Süden. Wir wollen nach Patras um
von dort aus unser Auto aus Kalamata zu holen. Am letzten Stück von Meganision
nach Patras segeln wir zwar wunderschön doch wird die Etappe zu lange und wir
suchen bei der Insel Oxia nach einem geeigneten Ankerplatz. Das dauert schon
mal eine ganze Weile denn direkt bei der Insel gibt es eine mögliche Bucht aber
hier sind leider die Wassertiefen zu groß und außerdem steht der Schwell der
vorbeifahrenden Fähren und Frachter in die Bucht hinein. So entscheiden wir uns
dafür nördlich der Insel im Ormos Oxia zu ankern. Der Haken an dieser Bucht
sind die geringen Wassertiefen und dass die Gegend zu versanden neigt. Wir
ankern dann auf ca. 8 m Wassertiefe und das ist ok so. Doch leider dreht es
unser Boot in der Nacht sodass wir dann mit dem Heck in die Bucht reinstehen
und der Grund steigt hier so rapide an , dass unser Tiefenalarm um 0030
losgeht. 2m 30 vorne unter dem Bug und
mit dem Ruder stecken wir schon im Schlamm, wie man unschwer erkennen kann,
wenn man am Rad dreht. Also, Anker auf und neu setzen , doch das sagt sich
leicht. Es ist stockdunkel und man hat keine Relation wie weit man fährt.
Erstmal zeigt das Echolot 2,20 .....
2,00.... 1,90..... 1,80..... sch.... wir stecken mit dem Kiel im Schlamm. Doch
mit Vollgas bringt uns Nik wieder aus dem „Schlammassel“ raus und wir können
den Anker neu setzten. Also, ab ins Bett. Doch es dauert nicht lange und der
Wind dreht unser Boot so, dass wir die zwar leichte aber stetige Welle , von
hinten kriegen. Und jede klopft so laut ans Heck, dass es in unserer Kabine
richtig vibriert. Somit ist es wieder mal vorbei mit dem Schlafen. Nach
längerem Ärgern im Bett ziehen wir gegen 0330 in die Bugkabine um. Hier ist es
zwar nicht so laut aber dafür ist diese Kabine nicht die Größte. Naja, um 0600
erklären wir die Nacht für beendet und brechen auf in Richtung Patras.
Allerdings hab ich nach dem Anker auf Manöver ja nichts mehr zu tun und so
übernimmt Nik die Wache und ich darf mich noch mal aufs Ohr hauen. Bis um 0800,
denn da gibt’s dann Frühstück.
Ursprünglich wollten
wir in Patras im Handelshafen unser Schiff lassen, denn als wir vor 6 Jahren
hier waren, konnten wir das Schiff recht gut unterbringen, und es war auch
gratis. Doch das wurde geändert. Jetzt liegen nur noch die riesigen Fährschiffe
und Lotsenboote im Hafen und die Segler müssen in die (kostenpflichtige )
Marina. Na, das wollen wir uns noch gut überlegen und nehmen erst mal Kurs auf
Trizonia, einer kleinen Insel im korinthischen Golf. Dabei unterfährt man die
neu gebaute Brücke von Rion, welche das griechische Festland mit dem Peloponnes
verbindet. Man muss sich dafür 12 sm vor der Brücke via Funk melden und eine
Seemeile davor noch mal. Die wollen aber nur die maximale Höhe des Mastes
wissen und sagen einem dann, zwischen welchen Brückenpfeilern man durchfahren
kann. Unter Motor, nicht unter Segel. Nach der Brücke setzen wir das Vorsegel
und wir haben wunderbaren achterlichen Wind mit bis zu 36 Knoten. Doch die
meiste Zeit ist er so um die 25 Knoten, wir reffen die Genua und sausen mit 7
Knoten Fahrt dahin.
Trizonia ist eine
typisch griechische Marina. Das bedeutet, mit EU Mitteln wurde der Bau begonnen
und sobald das Geld weg war, wurde auch die Bautätigkeit eingestellt. Das sieht
nun so aus, dass der Kai fertig gemacht wurde und es gibt sogar Beleuchtung,
doch für die Schiffe sind weder Murings noch Strom oder Wasser vorhanden.
Allerdings liegt man dadurch auch kostenlos, was ja auch nicht zu verachten ist.
Der Ort ist sehr klein, es gibt 4 oder 5 Tavernen, einen Minimarkt in dem man
das Brot für den nächsten Tag vorbestellen muss, den dieses wird mit einem
kleinen Wassertaxi vom Festland gebracht, und eine Kirche. Aber man fühlt sich
von Anfang an wohl. Wir verbringen die Zeit mit Spaziergängen und dem Füttern
von 3 herzigen kleinen Kätzchen und fahren erst nach 4 Tagen wieder weiter nach
Patras.
Unsere Independence
legen wir in die Marina und am nächsten Morgen fahren Nik und ich mit dem Zug
nach Kalamata um unser Auto zu holen, denn es dauert jetzt nicht mehr lange und
wir machen Heimat – Urlaub. So fahren wir also nach Kalamata und am nächsten
Tag bringt Nik das Auto am frühen Morgen schon nach Lefkas und kommt mit dem
Bus zurück. Nun machen wir beide uns mit dem Schiff auch dorthin auf den Weg .
Nachdem wir schon im Frühjahr einen Platz für das Boot gefunden haben, geht es
recht schnell. Wir fahren zu jener kleinen Bootswerft in der Vlychon Bucht,
gehen bei einem anderen Schiff längsseit und bringen noch hinten und vorne
einen Anker aus. So liegt die Independence gut vertäut und wartet bis wir
wiederkommen.
Ja und jetzt ist es
soweit, die Fähre nach Venedig legt am 17. Juli um 10 Uhr in Igoumenitsa ab und
wir sind am Weg nach Österreich. Jetzt ist erst mal ca. 1 Monat „Urlaub“
angesagt. Wir freuen uns schon drauf und ich freue mich ganz besonders schon
darauf, dass ich meinen neuen kleinen Neffen endlich kennen lernen werde.
Ein Grund, warum wir
nach Österreich gefahren sind, war ein geplanter Tauchurlaub in Ägypten. Sharm
el Sheikh sollte es werden. Jedoch 5 Tage vor unserer Abreise war genau dort
ein Bombenattentat mit 90 Toten und das hat uns die Reiselust dorthin richtig
vermiest. Wir haben die Reise storniert.
Am 21.August geht es
dann mit der Fähre wieder nach Igoumenitsa. In Venedig giesst es in Strömen und
auch den ganzen Tag auf der Fähre haben wir nur schlechtes Wetter sodass sich
die Leute alle im Schiff aufhalten und da war schon ganz schön viel los. Doch
am nächsten Morgen, als wir griechische Gefilde erreicht haben, lacht auch
schon wieder die Sonne vom strahlend blauen Himmel und mittags steigt das
Thermometer auf bis zu 34°C. Bei unserem Schiff angekommen, verstauen wir alles
schnell und ab geht es wieder in unsere Lieblingsbucht Ambelaki auf Meganision.
Hier wird dann erst mal gebadet und am nächsten Tag dann geputzt, denn die
Independence ist sehr dreckig geworden in diesem einen Monat.
Wir bleiben eine ganze
Woche in dieser Bucht und treffen auch zwei Oberösterreicher, die ihren Urlaub
hier mit deren Segelboot verbringen. Ruth und Franz sind sehr gemütliche Leute
und so sitzen wir so manchen Abend zusammen und haben eine schöne Zeit. Womit
wir in „unserer“ Bucht aber nicht gerechnet haben, sind Ratten. Eines Nachts,
ich war noch nicht eingeschlafen, höre ich Geräusche von draußen, kann es aber
nicht wirklich orten, von wo diese herkommen. Ich glaubte die Wellen
plätschern, und zwischendurch immer wieder das Beiboot an den Rumpf klopfen zu
hören. Denkste. Am nächsten Morgen sehen wir im Cockpit lauter kleine schwarze
Perlen verteilt und eine Flasche Bodylotion, mit total zerbissenem Verschluss,
liegt am Boden. Gott sei dank waren aber sämtliche Luken mit Moskitonetzen
abgeschlossen und das dürfte den Nager wieder dazu veranlasst haben, unser
Schiff zu verlassen. Glück gehabt, denn diese Viecher verkriechen sich sonst
überall im Schiff, knabbern Kabel an, und können im schlimmsten Fall ein Schiff
auch zum Sinken bringen.
Das Wetter ist immer
noch wunderschön und sehr warm. Am 2. September kommt mein Schwager Bernhard
für eine Woche zu uns. Und gerade in dieser Woche haben wir Südwind welcher
immer wieder Wolken und Regen bringt. Es ist zwar nicht kalt aber wenn es einem
in einer Woche drei halbe Tage verregnet, ist das auch nicht so toll. Aber
Bernhard und ich haben auch diese Zeit genutzt, haben unsere Laufschuhe
angezogen und sind halt über die Insel gejoggt. War auch sehr schön. Wieder mal
hatten wir mit Bernhard eine sehr
schöne und gemütliche Woche. Wir haben viel gelacht, gut gegessen und getrunken
und ich denke, er hat auch ordentlich relaxed. Am 9. September bringen wir ihn
nach Sami auf Kefallonia und er fliegt wieder heim.
Nik und ich segeln
wieder nordwärts, es ist zwar nicht viel Wind doch wir sind hartnäckig, und
liegen wieder mal fast eine Woche in der Ambelakibucht. Dann geht`s wieder ab
nach Sami wo wir unsere nächsten Gäste, Ute und Michi, abholen.
Und diese Woche sieht
dann anders aus als unsere Faulenzerwoche mit Bernhard, denn schließlich
brauchen sie noch einige Seemeilen für ihren Segelschein. Und Aeolus, der Gott
der Winde, meint es gut mit uns. Schon am 2. Tag haben wir wunderbaren,
achterlichen Segelwind auf unserer Route in den Golf von Patras, nach
Mesolongi. Und obendrein beissen auch noch 2 Fische an. Eine Goldmakrele und
was der zweite war, wissen wir bis heute noch nicht so genau. In unserem
Fischbuch haben wir ihn leider nicht gefunden, denn das Problem ist, dass die
Fische in jungem Alter oft komplett anders aussehen als im ausgewachsenen
Zustand. Wir waren jedoch der Meinung, dass er aussieht wie ein Barsch – und
die kann man essen. Er hat dann auch wunderbar geschmeckt und hatte sehr zartes
Fleisch. Und keiner hatte danach irgendwelche Beschwerden.
Weiter geht`s am
nächsten Tag nach Trizonia, einer kleinen Insel im Golf von Korinth. Wieder
haben wir nach morgendlichen Motormeilen sehr guten Wind und Michi lernt was es
heißt, wenn das Boot durch den starken achterlichen Wind und die Wellen zu
gieren und schlingern beginnt und aus dem Kurs läuft. Aber er kriegt das sehr
schnell ins Gefühl und steuert uns sicher in den Hafen. Abends im Restaurant
treffen wir auch wieder mal einen alten Bekannten. Hannes, von der Yacht Saphia
Ena, mit seiner Lebensgefährtin Sabine, beide aus der Steiermark. Und Hannes
haben wir schon im letzten Jahr in Preveza kennengelernt. Die beiden kommen
noch auf einen Schlummertrunk mit auf die Independence und so lassen wir einen
wunderschönen Segeltag ausklingen. Am nächsten Morgen heißt es dann wieder Kurs
Richtung Kefallonia aufnehmen und das heißt in Richtung Westen. Allerdings
haben wir auch sehr starken Westwind und wir müssen aufkreuzen. Aber auch das
wird ein schöner Schlag und wir segeln bis nach Patras. Wir machen in der
Marina fest und organisieren uns gleich ein Taxi, welches uns zum Weingut
Achaia Clauss, dem größten Weingut Griechenlands, bringt. Denn schließlich darf
auch die Kultur nicht zu kurz kommen. Leider waren wir schon zu spät dran um
eine Führung durch das Gut mitzumachen, aber es bleibt uns immer noch die
Verkostung. Und nach einem Bummel durch das nächtliche Patras und einem
Überfall auf einer der zahlreichen Konditoreien fallen wir wieder mal müde ins
Bett. Den nächsten Vormittag verbringen wir dann noch mit Schiff putzen,
relaxen und Kaffee trinken. Doch als dann der Wind endlich aufkommt geht es
wieder weiter in Richtung Westen. Als wir dann am Ende der Woche wieder in Sami
sind, bekommen wir abends auch noch überraschenden Besuch von Lea und Leo und
wieder mal sitzen wir sehr lange im Cockpit. Am nächsten Tag heißt es für Ute
und Michi wieder ab in die Heimat und wir entschließen uns noch einen Tag in
Sami zu bleiben. Diese Entscheidung hat sich als sehr gut erwiesen, denn wir
kriegen ein mordsmäßiges Gewitter bei dem ich nicht um viel Geld irgendwo
draußen unterwegs sein möchte.
Überhaupt beginnt
jetzt eine sehr unstabile Wetterphase. Es regnet und gewittert relativ oft und
die Sonne zeigt sich nur selten. Allerdings ist es nicht kalt, aber zum Baden
lädt das Wetter auch nicht ein. So nehmen wir noch mal Kurs auf den Golf von
Korinth und haben auch ein paar tolle Segeltage. Allerdings auch Tage an denen
wir uns im Hafen verstecken, weil es so stark regnet bzw. stürmt. Es baut sich
hier im Golf eine recht hohe Welle auf, sodass das Segeln, auch bei
achterlichem Wind, kein Honiglecken ist. Schön langsam geht dann auch für uns
die Saison zu Ende. Wir machen uns auf den Weg nach Nidri, auf der Insel
Lefkas, wo wir unsere Independence überwintern lassen wollen. In einer Bucht,
der sogenannten Tranquill Bay, gibt es
eine Möglichkeit, das Boot ohne Marina zu überwintern. Wir fahren die
Independence erst ganz behutsam und dann mit Vollgas, wobei von hinten noch ein
Dingi kräftig anschiebt, in den Schlamm. Hier steckt sie nun, hat einen Anker
vorne und einen Anker hinten ausgebracht und wartet bis wir wiederkommen.
Allerdings ist das Boot nicht ganz alleine dort, denn es gibt dort einen
Engländer, der sich auf Überwinterungen dieser Art spezialisiert hat und der
passt drauf auf. Das heißt er startet von Zeit zu Zeit den Motor um die
Batterien nicht ganz zu entleeren, prüft, ob die Anker in Ordnung sind und
bringt notfalls noch Leinen aus um das Boot zu sichern.
Wir machen noch alles
winterfest, putzen, checken und reparieren und dann geht es mit der Fähre nach
Österreich um rechtzeitig bei der Taufe meines zweiten Neffen Mathias dabei zu
sein. Doch als es am Sonntag, dem 15.
Oktober soweit sein sollte ist der arme Kleine leider krank und die Taufe muss
verschoben werden. Naja, wenigstens konnte ich ihn und meinen großen Neffen
Maximilian wieder mal ordentlich drücken.